Aktualisiert 21.02.2019 17:24

Nesslau SG

«Diesen Dreck bringe ich ja bis Mai nicht weg»

Die 49-jährige A. L.* aus Nesslau ist sauer: Regelmässig missbrauche die Gemeinde ihren Garten, um Schnee zu entsorgen. Trotz Beschwerden ändere sich nichts.

von
taw

Ein Augenschein in Nesslau. (Video: sav)

«Ein bisschen Schnee im Garten ist ja kein Problem, aber in diesem Jahr hat es ein Ausmass angenommen, das so nicht mehr tragbar ist», schildert A. L. Sie leide unter den meterhohen Schneebergen in ihrem Garten, die die Gemeinde Nesslau dort hinterlässt. Diese seien bei der Schneeräumung mit der Fräse hineinbefördert worden. Dabei handle es sich nicht um sauberen Schnee, sondern dreckige Massen. Hinzu komme eine Menge Müll, der erst im Frühjahr richtig sichtbar werde, wenn der Schnee schmelze.

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So sieht es derzeit bei A. L. in ihrem Garten in Nesslau SG aus.

So sieht es derzeit bei A. L. in ihrem Garten in Nesslau SG aus.

privat
Es türmt sich der Dreckschnee.

Es türmt sich der Dreckschnee.

privat
Teilweise liege er bis zu 1,70 Meter hoch.

Teilweise liege er bis zu 1,70 Meter hoch.

sav

«Die dreckigen Eishaufen sind teilweise 1,70 Meter hoch», so L. Darunter würden der Sandspielplatz der Kinder, der Komposthaufen und auch das angelegte Gemüsebeet begraben. Erst im vergangenen Herbst habe sie Geld in den Garten investiert. Dies hätte sie sich wohl sparen können. Auch ihr Auto und die Zufahrt zur Garage seien schon zugeschüttet worden.

Mit Frust nicht allein

Bei der Gemeinde habe sie sich schon mehr als einmal beschwert, geändert habe sich allerdings nichts. «Das ist doch eine Frechheit.» Mit den Beschwerden und dem Frust ist sie nicht allein. Auch ein Nachbar hat Schneehaufen im Garten. Er bemängelt vor allem, dass durch den schweren Schnee der Boden kaputt gehe und er ihn sanieren müsse. Geld von der Gemeinde bekomme er dafür nicht.

So ergeht es auch L. Sie bekomme keine Entschädigung und fühle sich im Stich gelassen. «Diesen Dreck bringe ich ja bis Mai nicht weg», sagt sie. Die letzten Eisbrocken werde sie wohl noch von Hand zerstückeln müssen, damit es schneller schmelze.

Gemeinde nimmt Stellung

Laut Gemeindepräsident Kilian Looser gilt der Grundsatz, dass Schnee wenn immer möglich auf öffentlichen Plätzen deponiert wird. «In Ausnahmesituationen wird allerdings entlang von Strassen auch Schnee in private Vorgärten geschleudert», so Looser. Er versichert aber, dass es sich dabei nicht um meterhohe Ablagerungen handle. Die Schneeräumung sei professionell organisiert und werde auch so erledigt.

Es habe bisher auch keine Beschwerden gegeben. Looser: «Es ist in unserer Höhenlage für die meisten verständlich, dass der Schnee vom Himmel fällt und die Schneeräumungsequipen einen hervorragenden Job machen.» Er räumt zwar ein, dass es hie und da Verbesserungspotential gebe. Diesen Winter habe es aber auch extrem viel geschneit. Und: «Wir sind zuversichtlich, dass der Schnee auch in diesem Frühjahr wieder schmilzt.»

* Name der Redaktion bekannt

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