30.11.2018 19:38

300-jähriges DokumentDiesen Ninja-Schwur hat der Kämpfer unterzeichnet

Wer Ninja werden wollte, musste im historischen Japan ein Schweigegelübde ablegen. Das belegt ein neu aufgetauchtes Schriftstück aus dem späten 17. Jahrhundert.

von
mat
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Japanische Forscher haben einen jahrhundertealten Ninja-Eid entdeckt. Das Dokument umfasst sechs Versprechen, die vor rund 300 Jahren von einem Ninja namens «Insouke Kizu» unterzeichnet worden sind.

Japanische Forscher haben einen jahrhundertealten Ninja-Eid entdeckt. Das Dokument umfasst sechs Versprechen, die vor rund 300 Jahren von einem Ninja namens «Insouke Kizu» unterzeichnet worden sind.

AFP/Handout
Japanische Ninjas gelten als sagenumwobene Kampfkünstler, über deren Traditionen bis heute nur wenig bekannt ist.

Japanische Ninjas gelten als sagenumwobene Kampfkünstler, über deren Traditionen bis heute nur wenig bekannt ist.

epa/Toshifumi Kitamura
Die japanische Mie-Universität hat eine eigene Fakultät, die sich mit dem Vermächtnis der Ninjas beschäftigt.

Die japanische Mie-Universität hat eine eigene Fakultät, die sich mit dem Vermächtnis der Ninjas beschäftigt.

Japanische Ninjas gelten als sagenumwobene Kampfkünstler, über deren Traditionen bis heute nur wenig bekannt ist. Nun haben japanische Forscher einen jahrhundertealten Ninja-Eid entdeckt, in dem die Kämpfer gelobten, die Geheimnisse ihrer ausserordentlichen Spionage- und Sabotagefähigkeiten unter keinen Umständen preiszugeben. Insgesamt umfasst das Dokument sechs Versprechen, die vor rund 300 Jahren von einem Ninja namens «Insouke Kizu» unterzeichnet wurden.

In dem geheimen Dokument dankte Kizu seinem Meister dafür, ihn in die «Ninjutsu» oder «Ninja-Kunst» eingeführt zu haben. Der Ninja aus den Bergen bei Kyoto gelobte in seinem Schwur, das Wissen niemals weiterzugeben und sein Wissen nicht für Diebstahl zu missbrauchen.

Die Strafe aller Götter

«Diebe und Ninjas taten das Gleiche. Sie brachen in fremde Häuser ein – nur für die Ninjas hatte Moral einen viel höheren Stellenwert», sagte der Wissenschaftler Yoshiki Takao vom staatlichen internationalen Ninja-Forschungszentrum der Mie-Universität. Aus heutiger Sicht seien Ninjas Staatsbedienstete gewesen, die Sicherheit gewährleisteten und Informationen sammelten, fügte er hinzu.

Das nun enthüllte Dokument zeigt besonders deutlich, wie ernst die sagenumwobenen Kämpfer die Geheimhaltung ihres Wissens nahmen. So erkannte Kinzu in dem Eid an, die Strafe «aller kleinen und grossen Götter in mehr als 60 japanischen Provinzen» auf sich zu ziehen, sollte er sein Versprechen brechen. Bis heute ist nur wenig über die Ninja-Traditionen bekannt, die meist nur mündlich weitergegeben wurden.

130 Dokumente

Auf besonderes Interesse der Wissenschaftler stiess ausserdem ein weiteres Gelöbnis im Dokument, das die tatsächliche Nutzung der geheimen «Bansenshukai» aus dem 17. Jahrhundert beweist. Diese gilt als «Ninja-Enzyklopädie», deren Inhalt nicht in vollem Umfang bekannt ist.

Insgesamt hinterliess Kinzus Familie der Universität 130 Dokumente, zu denen auch das Eid-Dokument gehört. Die Experten der Mie-Universität kooperieren mit Ingenieuren und der wissenschaftlichen Fakultät, um das Vermächtnis der Ninjas nachzubilden. (mat/sda)

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