25.09.2018 20:02

ETH-Spin-off

Diesen Rollstuhl halten nicht einmal Treppen auf

Wo die Architektur nicht barrierefrei ist, ist für die meisten Rollstühle der Weg zu Ende. Dann läuft der Scewo Bro erst zur Hochform auf.

von
F. Riebeling

Treppen und unwegsames Gelände sind Orte, vor denen Rollstühle in der Regel kapitulieren. Zumindest bis jetzt. Denn Absolventen der ETH Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste haben mit dem Scewo Bro, wie sie sagen, «den Tesla unter den Rollstühlen» entwickelt (siehe Video oben).

Das smarte Gefährt sieht nicht nur attraktiver aus als herkömmliche Rollstühle, es ermöglicht seinen Fahrern vieles, was bis anhin nicht möglich war, so Bernhard Winter, CEO von Sweco. Selbst Treppensteigen könne der Bro selbstständig.

Ein Gerät, viele Vorteile

Navigiert wird der Rollstuhl mittels Joystick und Smartphone: Mit Ersterem lassen sich Richtung und Tempo steuern, mit Letzterem der Fahrmodus. «Über die App kann man einfach per Knopfdruck angeben, ob sich der Rollstuhl fürs Treppensteigen parat machen oder den Sitz hochfahren soll», erklärt Winter. Der Sitz kann so weit angehoben werden, dass der Fahrer auf der gleichen Augenhöhe wie stehende Personen ist, oder so tief abgesenkt werden, dass der Rollstuhl unter die meisten Tische passt.

Eine weitere Besonderheit stellen die beiden Fahrmodi dar: In der Ebene fährt der Rollstuhl wie ein Segway auf zwei Rädern und ist damit sehr agil. Stufen oder unebenen Untergrund überwindet er mit zwei Raupenantrieben. Dadurch werde der Bro sehr sicher, so Winter: «Im schlimmsten Fall bleibt er einfach stehen.»

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Beat Ruefer testet den von der ETH und der ZhdK entwickelten treppensteigenden Rollstuhl im Landesmuseum in Zürich am 7. Januar 2018.

Beat Ruefer testet den von der ETH und der ZhdK entwickelten treppensteigenden Rollstuhl im Landesmuseum in Zürich am 7. Januar 2018.

Keystone/Ennio Leanza
Beni Winter, CEO Scewo AG, hat den Rollstuhl mit seinem Team entwickelt.

Beni Winter, CEO Scewo AG, hat den Rollstuhl mit seinem Team entwickelt.

Keystone/Ennio Leanza
Er ist froh um Anregungen.

Er ist froh um Anregungen.

Keystone/Ennio Leanza

Eigentlich hatten Winter und seine Mitstreiter vor, das ursprünglich im Rahmen ihres Studiums gestartete Projekt im Sommer 2015 zu beenden. Doch sie machten weiter – zum Glück, wie das Jahr 2018 zeigt: Im Mai gewann das Team den mit 100'000 Franken dotierten ZKB-Pionierpreis.

Noch nicht mal auf dem Markt, wurde der Scewo Bro bereits ausgezeichnet. (Video: Youtube/Pionierpreis)

Ende September stellte das mittlerweile achtköpfige Team den seriennahen Prototyp der Öffentlichkeit vor. Ausgeliefert werden soll er ab Ende 2019. Kostenpunkt: voraussichtlich 35'500 Franken.

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