Aktualisiert 11.03.2017 19:56

Klein und rotDiesen Schweizer Pass bekommt jeder

Wie finde ich einen Job? Was ist ein fairer Mietpreis? Wo lerne ich Schweizer kennen? Diese Fragen will ein neuer Integrationspass für Deutsche beantworten.

von
Nikolai Thelitz
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Der «Integrationspass». Die Broschüre kommt in der Grösse und im Look des Schweizer Passes daher und heisst «Hallo.swiss». Drin finden Einwanderertipps ...

Der «Integrationspass». Die Broschüre kommt in der Grösse und im Look des Schweizer Passes daher und heisst «Hallo.swiss». Drin finden Einwanderertipps ...

20 Minuten/Nikolai Thelitz
... zur Jobsuche («Viele Zuwanderer suchen die gleiche Beschäftigung, die sie schon früher ausgeübt haben, und wundern sich, dass nach vielen Bewerbungen keine Einladung zum Gespräch erfolgt ist.») ...

... zur Jobsuche («Viele Zuwanderer suchen die gleiche Beschäftigung, die sie schon früher ausgeübt haben, und wundern sich, dass nach vielen Bewerbungen keine Einladung zum Gespräch erfolgt ist.») ...

... bis zur Finanzplanung.

... bis zur Finanzplanung.

«Bostitch», das ist ein Tacker, das «Trottoir» ist der Bürgersteig, und wenn jemand «äuää» sagt, dann lässt sich das nicht übersetzen. So steht es im «Integrationspass» für Deutsche, von dem diese Woche die ersten tausend Exemplare gedruckt wurden.

Dahinter steckt Matthias Estermann, der 2004 von Deutschland in die Schweiz einwanderte. «Weil es hier so schön ist, und weil man mit verhältnismässig wenig Aufwand hier etwas mehr Geld verdienen kann.» Er blieb, ist seither auch als Integrationsberater tätig und will seinen Landsleuten die Ankunft in der Schweiz erleichtern.

Beim Einwandern bloss nichts vergessen

Weil viele der Neuankömmlinge meist die gleichen Probleme haben, bringt Estermann nun ein Büchlein mit den wichtigsten Informationen für Deutsche und Österreicher in der Schweiz heraus. Die Broschüre kommt dabei in der Grösse und im Look des Schweizer Passes daher und heisst «Hallo.swiss».

«Alle sind in der gleichen Lage: Man kommt in ein neues Land mit einem neuen Vertrags- und Rechtssystem und einer eigenen Kultur», sagt Estermann. Beim Einwandern müsse man auf viele Dinge achtgeben, die leicht vergessen gingen: Krankenkasse, Versicherungen, Autoimport, Führerschein-Ummeldung, Schweizer Konto, Hortplatz für die Kinder.

Vorbereitung auf den Job-Abstieg

Versäumnisse gingen schnell ins Geld: Schliesse man etwa die Krankenkasse zu spät ab oder importiere das Auto nicht rechtzeitig, könne es sehr teuer werden. Im Büchlein finden sich deshalb To-do-Listen, in denen alle Schritte für eine erfolgreiche Umsiedlung in die Schweiz aufgelistet sind.

Auch auf mögliche Enttäuschungen bereitet der Integrationspass vor: «Viele Zuwanderer suchen die gleiche Beschäftigung, die sie schon früher ausgeübt haben, und wundern sich, dass nach vielen Bewerbungen keine Einladung zum Gespräch erfolgt ist.» Ein Bewerbungscoach könne bei den Jobsuche helfen.

Bei den Banken sei zu beachten, dass man anders als in Deutschland sein Konto oft nicht überziehen könne und auch kein Privatkredit vergeben werde. Schweizer lerne man beispielsweise im Fasnachtsverein oder in der «Guggemusig» kennen, und wenn jemand von ihnen «Chüngu» sage, meine er damit ein Kaninchen.

«Der Chef kann den Pass dem Deutschen in die Hand drücken»

Zielgruppe sind auch Schweizer Unternehmen, die Deutsche anstellen. «Eine Fachkraft kann oft gar nicht früh genug anfangen, und der künftige Chef kann dem deutschen Angestellten dann einfach dieses Büchlein in die Hand drücken, damit geht die Integration noch schneller.»

Das Logo auf dem «Pass» ähnelt demjenigen der Fluggesellschaft Swiss – laut Estermann ein Zufall. «Wir haben das Design mit einer Agentur zusammen gemacht, ich glaube nicht, dass es Probleme geben wird.»

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