Content-Rückzug: Diesen Serien droht das Aus auf Netflix
Publiziert

Content-RückzugDiesen Serien droht das Aus auf Netflix

Weil Disney, Warner und NBC bald eigene Streaming-Dienste haben, kehren sie Netflix den Rücken. Das wird auch die Schweiz betreffen.

von
Raphael Knecht
1 / 20
Disney ist dabei, «Star Wars» sowie andere Filme und Serien von Netflix abzuziehen. Auch weitere US-Medienriesen planen eigene Streaming-Dienste und kehren Netflix den Rücken.

Disney ist dabei, «Star Wars» sowie andere Filme und Serien von Netflix abzuziehen. Auch weitere US-Medienriesen planen eigene Streaming-Dienste und kehren Netflix den Rücken.

Lucasfilm
«Family Guy» könnte auf Disneys Streaming-Dienst Disney Plus abwandern.

«Family Guy» könnte auf Disneys Streaming-Dienst Disney Plus abwandern.

Fox
«Friends» könnte auf AT&Ts Streaming-Dienst Warner Media abwandern.

«Friends» könnte auf AT&Ts Streaming-Dienst Warner Media abwandern.

Warner Bros.

Noch dieses Jahr will Disney seinen eigenen Streaming-Service Disney Plus lancieren. Damit wird der Konzern künftig Netflix direkt Konkurrenz machen. Weitere US-Medienriesen wie Warner Media und NBC Universal haben ebenfalls solche Angebote geplant.

Für Netflix dürfte das ein harter Schlag sein, denn die Medienriesen werden ihre Inhalte vom Streaming-Pionier abziehen: «Es wird Netflix richtig weh tun, wenn etwa Disney alle seine Filme und Serien abzieht», sagt Jean-Claude Frick, Digital-Experte beim Vergleichsdienst Comparis, zu 20 Minuten.

Content-Rückzug hat bereits begonnen

So dürften «Star Wars»- sowie Marvel-Serien und -Filme von Netflix zu Disney Plus und die immer noch sehr beliebte Serie «Friends» zu Warner Media wechseln. «Der Prozess läuft schon», sagt Michael Klass, Leiter der Fachstelle Digital Marketing der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), zu 20 Minuten.

Das sind Serien, die in der Schweiz auf Netflix zu sehen sind, aber ursprünglich von den US-Riesen stammen. (Tabelle: RKN)

Der Content der drei US-Grosskonzerne, die demnächst ihre eigenen Plattformen lancieren, ist extrem beliebt: Derzeit verbringen Nutzer im Heimmarkt rund 40 Prozent ihrer Zeit auf Netflix damit, Filme und Serien von diesen Firmen zu schauen, wie das «Wall Street Journal» schreibt. Wie viel es in der Schweiz sind, ist nicht bekannt – die Inhalte hätten aber auch hier eine grosse Zugkraft, sagt Klaas.

Auch die Schweiz ist betroffen

Der Content-Rückzug der Medienriesen dürfte sich zuerst in den USA vollziehen, denn dort werden die Netflix-Konkurrenten als Erstes lanciert – Disney Plus und Warner Media wollen noch dieses Jahr an den Start, NBC Universal soll 2020 kommen. Experten sind überzeugt, dass die Veränderungen auch die Schweiz betreffen werden: «Sobald die neuen Plattformen auch bei uns aktiv werden, wird deren Content bei Netflix verschwinden», sagt etwa Frick von Comparis. Das sei nur eine Frage der Zeit.

Um anstelle der verschwindenden Inhalte weiterhin attraktive Filme und Serien bieten zu können, muss Netflix jetzt vor allem die Eigenproduktion ankurbeln, sind sich die Experten einig. Zudem werde Netflix weiterhin auf Fremdinhalte angewiesen sein, sagt Klaas von der ZHAW: «Die müssen dann teuer eingekauft werden.» Für Kunden werde das Preiserhöhungen bedeuten. Netflix hat erst kürzlich bereits das zweite Mal in Folge die Preise in der Schweiz erhöht.

Dafür sei aber davon auszugehen, dass die Qualität der Inhalte künftig steigen dürfte. Wenn die Konkurrenz grösser wird, kann man sich weniger erlauben, mittelmässige Serien zu produzieren. Das gilt sowohl für die Industrieriesen mit den neuen Angeboten als auch für etablierte Streaming-Anbieter – und nicht nur Netflix, sondern alle, die künftig eigene Filme produzieren. Darunter sind etwa Amazon und Apple.

Schweizer Netflix-Angebot ist kleiner

Das Angebot von Netflix in der Schweiz ist bereits heute kleiner als das im Heimmarkt. Schweizer Nutzer können derzeit auf 2935 Filme und 1325 Serien zugreifen. In den USA sind es 4091 Filme und 1761 Serien.

Auf die Frage von 20 Minuten, wie Netflix mit der steigenden Konkurrenz umgehen wird, hat das US-Unternehmen bisher nicht geantwortet.

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!

Social Media

Sie finden uns übrigens auch auf Facebook, Instagram und Twitter!

Deine Meinung