Aunty B. -All-In - «Diesen Tiktok-Trend kannst du dir in die Haare schmieren»
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Aunty B. -All-In«Diesen Tiktok-Trend kannst du dir in die Haare schmieren»

Auf Tiktok gehen gerade selbst hergestellte Enthaarungspasten viral. Doch kann man sich den Besuch bei der Kosmetikerin wirklich schenken? Aunty B. will es wissen und hat das Tiktok-Rezept zuhause nachgekocht.

von
Aunty B.
Julia Ullrich
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Aunty B. hat bei Tiktok gesehen, wie sich junge Menschen selbst die Beine enthaaren. Aber ist das so easy, wie es in diesen Videos aussieht?

Aunty B. hat bei Tiktok gesehen, wie sich junge Menschen selbst die Beine enthaaren. Aber ist das so easy, wie es in diesen Videos aussieht?

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Für die selbstgemachte Sugaring-Paste braucht es nicht viel: Zucker, Wasser, Zitronensaft.

Für die selbstgemachte Sugaring-Paste braucht es nicht viel: Zucker, Wasser, Zitronensaft.

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Laut Rezept kann man alles zusammenmischen und unter ständigem Rühren aufkochen. Sobald die Masse aufschäumt oder Bläschen wirft, muss sie  kurz vom Herd genommen werden. 

Laut Rezept kann man alles zusammenmischen und unter ständigem Rühren aufkochen. Sobald die Masse aufschäumt oder Bläschen wirft, muss sie kurz vom Herd genommen werden.

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Statt zum Rasierer greifen immer mehr Jugendliche auf den eigenen Küchenschrank zurück und mixen sich ihre eigene Enthaarungscreme. Ihre Erfahrungen und Rezepte teilen sie auf Tiktok – und erhalten dafür bis zu mehrere Millionen Likes. Die Rede ist von Sugaring (deutsch: zuckern). Beim Sugaring wird die warme Zuckerpaste auf die behaarte Haut geschmiert, kurz ausgehärtet und dann in Haarwuchsrichtung abgezogen. Diese Technik wird in diversen Kosmetikstudios angeboten und gilt als sanfteste und natürlichste Epilationsmethode für pflegebedürftige Haut.

Doch kann ich mir damit wirklich den Gang ins Beauty-Studio für knapp 80 Stutz pro Sitzung sparen und meine Küche zum Spa umfunktionieren? Vom Tiktok-Trend angetrieben, mache ich mich an die Arbeit. Selfcare wird schliesslich grossgeschrieben und was gibt es besseres, als sich zum Start des Osterwochenendes um sein Wohlbefinden zu kümmern? Die Do-It-Yourself-Sugaringpaste ist gemäss der Anleitung Rezept ganz einfach zuzubereiten. Die einzigen Zutaten: Zucker, Wasser und Zitronensaft. Also lege ich los. Laut Rezept kann ich alles zusammenmischen und unter ständigem Rühren aufkochen. Sobald die Masse aufschäumt oder Bläschen wirft, muss sie kurz vom Herd genommen werden. Diesen Vorgang soll ich so lange wiederholen, bis eine goldbraune, dickflüssige Masse entsteht.

«Der zweite Versuch sieht vielversprechender aus!»

Ich rühre 30 Minuten lang, doch die Mischung will einfach nicht dickflüssig werden. Es ist das gleiche Gefühl wie bei einer Béchamelsauce für die Lasagne. Wenn da die Flüssigkeit nicht dick werden will, schüttet man einfach mehr Mehl dazu. Nach dem gleichen Prinzip kippe ich bei meiner Mixtur etwas Zucker nach. Ohne Erfolg.

Nach 45 Minuten gebe ich frustriert auf. Doch ich habe noch genug Zutaten, um einen weiteren Versuch zu starten. Die zu hell und flüssig geratene Masse stelle ich in einem Glas zur Seite. Nach neuer Recherche und mit einem anderen Video im Hintergrund, bereite ich eine weitere Mischung zu. Der zweite Versuch sieht vielversprechend aus und es entsteht eine dickflüssige, dunkelbraune Masse. Die ganze Zubereitung hat mich bis zu diesem Punkt über eine Stunde gekostet.

«In diesem Tempo bin ich nächste Woche noch dran»

Ich schütte die neue Mischung in ein weiteres Glas und lasse sie rund zehn Minuten abkühlen. Danach geht es ans eigentliche Ziel: Meine Beine enthaaren! Vorsichtig streiche ich etwas Paste auf das Bein und ziehe sie mit den Händen direkt wieder ab. Und tatsächlich kommen auch etwas Haare mit! Positiv überrascht mache ich weiter, bis ich feststellen muss, dass die Paste beim dritten Mal auftragen zu kühl und hart geworden ist. Wirklich weit gekommen bin ich nicht.

Ich stelle das Glas in den Ofen. Natürlich habe ich nicht daran gedacht, dass ein feuerfestes Glas sinnvoll gewesen wäre. Also warte ich leicht gestresst, dass die Paste wieder flüssig wird und bibbere, dass mein Glas nicht im Ofen zerspringt. Wenige Minuten später geht es weiter. Doch erneut erkaltet die Masse zu schnell. In diesem Tempo werde ich nächste Woche noch an meinen Beinen dran sein.

«Wenn gar nichts geht – koche dir daraus einen Tee»

Nach zwei Stunden gebe ich genervt auf. Die Paste schmeisse ich mitsamt Glas weg. Da ich mich in der ganzen Prozedur so ungeschickt angestellt habe, bleiben mir am Ende nur dreckiges Geschirr, mehrere klebrige Flecken in der ganzen Küche - und eine kleine, haarlose Stelle an meinem Bein.

PS: Weisst du, was mit Wasser, Zucker und Zitrone ebenfalls ganz unkompliziert hergestellt werden kann? Ein gesüsster Tee. Während ich daran nippe, vereinbare ich ganz entspannt einen Termin im Kosmetikstudio, um meine Beine professionell sugarn zu lassen. Das spart Zeit, Energie – und Zucker.

Wer ist eigentlich Aunty B. ?

Aunty B. teilt einmal pro Monat Erfahrungen aus ihrem Leben. 

Aunty B. teilt einmal pro Monat Erfahrungen aus ihrem Leben.

privat

Aunty B. ist 29 Jahre alt und stürzt sich immer wieder in spannende Abenteuer rund ums Thema Liebe, Dating und Sex. Tabus zu knacken ist ihre grösste Leidenschaft! Dein Lieblings-Tantchen nimmt dich mit auf ihre Reise und lässt dich an Geschichten und Erfahrungen teilhaben, die du sonst nicht zu Ohren bekommst. Einmal pro Monat kannst du hier die neuesten Erfahrungen der Single-Frau nachlesen. Hast du eine Idee, was Aunty B. als nächstes ausprobieren oder testen soll? Dann schreib es an: onelove@20minuten.ch

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