15.10.2020 14:39

St. Galler UnternehmerinDieser Adventskalender wird in geschützten Werkstätten produziert

Muriel Traber aus St. Gallen verkauft spezielle Adventskalender. Sie setzt auf eine faire Produktion in geschützten Werkstätten. Auch nach der Adventszeit sollen die Adventsgeschichten «Der kleine Stern» attraktiv bleiben.

von
Adriel Monostori
1 / 21
Die St. Gallerin Muriel Traber (37) verkauft Adventskalender.

Die St. Gallerin Muriel Traber (37) verkauft Adventskalender.

Muriel Traber
Darin werden fünf Geschichten in 24 Kapiteln erzählt.

Darin werden fünf Geschichten in 24 Kapiteln erzählt.

Adventskalendergeschichte Der kleine Stern
Das Produkt wird seit sieben Jahren verkauft.

Das Produkt wird seit sieben Jahren verkauft.

Adventskalendergeschichte Der kleine Stern

Darum gehts

  • Muriel Traber (37) verkauft Adventskalender für Kinder.

  • Es handelt sich um fünf Geschichten in 24 Kapiteln.

  • Der Kalender wird in geschützten Werkstätten produziert.

  • Er soll herkömmliche Adventskalender ersetzen.

«Der Lockdown hat vermutlich nicht nur mich genau während der Gründung einer eigenen Firma getroffen. Alles war geplant und vorbereitet, und dann kam der Lockdown», so die 37-jährige St. Gallerin Muriel Traber. Trotzdem sind ihre Adventskalender zustande gekommen. Die Adventskalendergeschichten «Der kleine Stern» standen schon zuvor kurz vor dem Aus. «Als die beiden Macherinnen aufhören wollten, gab es viele enttäuschte Reaktionen. Da habe ich mich kurzerhand entschieden, den beiden ein Angebot zu machen. Per Zufall habe sie Kontakt zu den Macherinnen Karin Fröhlich und Eveline Moser gehabt, und so gibt es die Geschichten weiterhin. «Es ist ein grösserer Aufwand, als ich gedacht habe, weil das Produkt aus so vielen Einzelteilen besteht», meint Traber.

Die Auflage vom Adventskalender sei sehr klein. «Es gibt fünf verschiedene Geschichten, die alle von einem Stern handeln, der wieder zum Leuchten gebracht wird», so die St. Gallerin. Jeden Tag kann man eines der 24 Kapitel lesen und bekommt dazu Figuren als Sticker oder Fingerpuppen. «Die Kinder können im Laufe der Adventszeit zudem die fünf Leuchtzacken im Adventskalender finden für den Holzstern», erklärt sie. Am 24. Dezember soll dann der Stern im Dunkeln leuchten.

«Produktion in China wäre unpassend»

Die Autorinnen, die die Bücher vor Traber produziert haben, setzten auf eine faire Produktion. «Für mich war klar, dass ich das weiterführen möchte», so die 37-Jährige. Eine hochwertige Produktion sei wichtig für den Adventskalender. «Die Geschichten betonen einen sozialen Aspekt, und der soll durch das ganze Produkt hindurchfliessen», betont sie. Eine Produktion in China wäre da unpassend.

Der Fokus der Produktion liege bei geschützten Werkstätten, die mit Invaliden zusammenarbeiten. «Produziert wird in Deutschland zusammen mit der Pestalozzi-Stiftung und in der Schweiz mit Valida St. Gallen, die auch beim Versenden der Bücher hilft. Nur gewisse Druckarbeiten müssen extern von einer Druckerei in Deutschland erledigt werden», sagt Traber.

Auch die Eltern spielen eine Rolle

Die Adventskalendergeschichten grenzen sich von herkömmlichen Adventskalendern ab. «Früher, in der Generation der heutigen Eltern, waren Süssigkeiten noch etwas sehr Besonderes und Spezielles, heute weniger», sagt die 37-Jährige. Das Spezielle bei ihren Geschichten sei die gemeinsame Zeit, die die Eltern beim Lesen mit den Kindern verbringen. «Im Advent zählt die gemeinsame Zeit», so Traber. Da es eine Geschichte ist, soll nach der Adventszeit der Kalender nicht einfach weggeworfen werden. «Man kann das Buch auch mehrmals lesen», meint sie.

Für den Zusammenhalt zwischen den Eltern oder auch von Paaren ohne Kinder verkauft Traber auf ihrer Website auch einen Paarkalender. «Dieser Kalender wird von zwei Männern aus Deutschland gemacht, denen die sozialen und ökologischen Aspekte auch sehr wichtig sind», erwähnt die St. Gallerin. Der Kalender soll das Klima zwischen Paaren während der Adventszeit fördern und den Zusammenhalt stärken.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
4 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Florian R

15.10.2020, 17:50

Wir haben den kleinen Stern schon das zweite Jahr. Ist wirklich unglaublich schön und Toll!

neu.zürcher

15.10.2020, 16:18

Ich bin sehr beeindruckt von der Energie der Frau Traber und Ihren Produkten. Leidenschaft und Herzblut! Die Schweiz braucht mehr davon.

MyCorona

15.10.2020, 15:06

Sehr sehr schön und berührend. Hätte ich Familie und Kinder, würde ich sofort einen solchen Adventskalender bestellen. Ich wünsche viel Erfolg!