Aktualisiert 10.07.2019 08:24

Basel

«Dieser Blitzer ist eine Sauerei»

Auf einer zentralen Einfallstrasse nach Basel werden seit einer Woche bei einer Baustelle reihenweise Autolenker geblitzt. Die Signalisation sei schlecht, monieren Leser.

von
jes/lha

Der Goldesel der Basler Kantonspolizei trägt das Kennzeichen BS 112993 und ist eine semistationäre Radaranlage, die seit dem 3. Juli Autolenker im Baustellenbereich auf der Binningerstrasse diszipliniert. Auf dem kurzen Abschnitt gilt nämlich Tempo 30, viele Automobilisten merken das aber zu spät.

«Ich bin von Binnigen in Richtung Heuwaage gefahren», erzählt ein Leser, der am Montagmorgen Blitzer in der Nähe der Heuwaage Bekannschaft schliessen durfte. «Eigentlich handelt es sich dort um eine 60er-Zone. Plötzlich, für eine Strecke von nur 50 Metern, wechselt die angegebene Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h. Das ist eine Sauerei», findet der Leser.

Tatsächlich tappen Autofahrer reihenweise in die Falle. Als 20 Minuten für einen Augenschein vor Ort war erwischte es innert fünf Minuten drei Lenker. Auch der Leser ist sich sicher: «Da hat es sicher schon tonnenweise geblitzt.» Ein anderer Leser, den es ebenso erwischte, äussert gar Zweifel an der Rechtmässigkeit der polizeilichen Foto-Falle. Denn: «Nur ein Schild weist auf die geänderte Höchstgeschwindigkeit hin und das wird auch noch von einem anderen Schild verdeckt», moniert er. Und ausserdem sei das dort gar keine richtige Baustelle.

Blitzer schützt Bauarbeiter

Diese Argumente lässt die Kantonspolizei Basel-Stadt nicht gelten. «Die Signalisation ist klar», hält Sprecher Toprak Yerguz fest. Er kann den Groll der geblitzen Lenker zumindest ein bisschen nachvollziehen: «Viele Verkehrsteilnehmer lassen sich von ihren Gewohnheiten führen.» Allerdings müsse gerade im Umfeld von Baustellen damit gerechnet werden, dass die Geschwindigkeit reduziert werden müsse.

Das funktionierte ohne Blitzer offenbar nicht so gut. Aufgrund Meldungen aus der Bevölkerung und eigenen Beobachtungen der Polizei wurde an besagter Stelle offenbar «eine erhöhte Tendenz zum Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit festgestellt». Nicht zuletzt zum Schutze der Bauarbeiter habe man die semistationäre Anlage deshalb gut sichtbar dort eingesetzt. «Unser Ziel ist nicht, so viel Verkehrsteilnehmer wie möglich zu erwischen, sondern zu einer sicheren Verkehrssituation beizutragen», betont Yerguz.

Busse oder mit der Tochter Essen gehen

Wie oft tatsächlich geblitzt wurde, gibt die Kantonspolizei auf Anfrage noch nicht bekannt. Eine Auswertung erfolge erst nach Abschluss der Kontrollaktion. Der Leser hat für die Argumente der Polizei wenig Verständnis: «Die Busse beträgt zwar nur 40 Franken. Aber für das Geld hätte ich meiner Tochter auch etwas Schönes schenken oder mit ihr Znacht essen können», sagt er.

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Seit kurzem säumt an der Einfahrt zu Basel ein mobiler Blitzer den Strassenrand.

Seit kurzem säumt an der Einfahrt zu Basel ein mobiler Blitzer den Strassenrand.

jes
Der Blitzer befindet sich ganz in der Nähe der Heuwaage.

Der Blitzer befindet sich ganz in der Nähe der Heuwaage.

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Zwar macht ein etwas behelfsmässig wirkendes Strassenschild auf den Wechsel der Geschwindigkeits-Limite aufmerksam.

Zwar macht ein etwas behelfsmässig wirkendes Strassenschild auf den Wechsel der Geschwindigkeits-Limite aufmerksam.

jes
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