Aktualisiert 19.06.2015 05:55

ZürichDieser Blitzkasten erzielt 2,1 Millionen pro Jahr

An mittlerweile 41 Kreuzungen in Zürich blitzen Geräte sowohl Rotlicht- als auch Temposünder. Die einträglichste Anlage steht im Kreis 4 am Stauffacherquai.

von
rom
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Mit den kombinierten Rotlicht- und Tempoübertretungs-Blitzkästen an 42 Kreuzungen machte die Stadt Zürich im Jahr 2014 über 21 Millionen Franken Umsatz. Dieser hier bei der Stauffacherbrücke ist mit über 2,1 Millionen Franken der einträglichste.

Mit den kombinierten Rotlicht- und Tempoübertretungs-Blitzkästen an 42 Kreuzungen machte die Stadt Zürich im Jahr 2014 über 21 Millionen Franken Umsatz. Dieser hier bei der Stauffacherbrücke ist mit über 2,1 Millionen Franken der einträglichste.

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Auf Platz 2 folgt der Blitzer hier mit 1,81 Millionen Franken Umsatz an der Gessnerallee, Höhe Sihlstrasse.

Auf Platz 2 folgt der Blitzer hier mit 1,81 Millionen Franken Umsatz an der Gessnerallee, Höhe Sihlstrasse.

rom
Und die Bronzemedaille geht an diesen Kasten an der Talstrasse, Ecke Pelikanstrasse. Umsatz: 1,2 Millionen Franken.

Und die Bronzemedaille geht an diesen Kasten an der Talstrasse, Ecke Pelikanstrasse. Umsatz: 1,2 Millionen Franken.

rom

Wer vom Autobahnende in Wiedikon Richtung HB fährt, passiert ihn am Stauffacherquai: den einträglichsten Blitzkasten an einer Stadtzürcher Kreuzung mit über 2,1 Millionen Franken Umsatz 2014. Dies zeigt eine Liste der kombinierten Rotlicht- und Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen, wie die Geräte im Polizeijargon heissen, und die 20 Minuten vorliegt. Schlusslicht ist ein Gerät beim Bucheggplatz mit nur 18'220 Franken.

An mittlerweile 41 Kreuzungen über die ganze Stadt verteilt sind solche Blitzer montiert – allein letztes Jahr kamen acht neue hinzu. «Gleichzeitig wurden an anderen Orten aber acht Geräte abgebaut, die nur die Geschwindigkeit messen konnten», sagt Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei Zürich. Vor allem aus diesem Grund nahmen Bussen wegen Rotlichtübertretungen letztes Jahr um etwa ein Drittel zu auf rund 75'000.

«Geld eintreiben steht nicht im Vordergrund»

Installiert werden die Kombi-Kästen auf Kreuzungen, die als Unfallschwerpunkte gelten. «Es geht uns primär um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer», betont Cortesi. Dank diesen Geräten seien die Autofahrer disziplinierter geworden und auch die Unfallzahlen rückläufig. «Geld eintreiben steht für uns klar nicht im Vordergrund», sagt er weiter. Der Umsatz der 41 kombinierten Geräte betrug 2014 über 21 Millionen Franken.

Cortesi erinnert daran, dass Autofahrer gemäss Strassengesetz anhalten müssen, sobald die Ampel von Grün auf Gelb wechselt. Die Gelbphase dauert in der Stadt Zürich in Tempo-50-Zonen mindestens 3 Sekunden und bei Tempo-60-Zonen 4 Sekunden, danach folgen in der Rotphase weitere 0,5 Sekunden, ehe das Gerät blitzt. Er sagt: «Man hat also genügend Zeit, regulär über die Kreuzung zu fahren.»

Stadt soll für flüssigeren Verkehr sorgen

Dem widerspricht SVP-Fraktionschef Mauro Tuena: «Selbst wenn man Grün hat, kann man wegen Staus oft nicht zufahren oder nur bis zur Mitte der Kreuzung – wenn es dann auf Rot schaltet, wird man prompt geblitzt.» Deshalb müsse die Stadt für einen flüssigeren Verkehr sorgen. «Am meisten ärgert mich aber, dass die Velofahrer reihenweise bei Rot an mir vorbeifahren – und ohne Busse davonkommen», sagt Tuena.

SP-Fraktionschefin Min Li Marti begrüsst derweil die kombinierten Blitzkästen: «Autofahrer nervt diese Überwachung vielleicht, aber für Anwohner und Fussgänger ist die Sicherheit zentral.» Und diese werde dadurch gefördert. Sie sagt: «Autolenker fahren nachweislich vorsichtiger.»

Die Fleissigsten

Umsatz in Millionen Franken 2014

1. Stauffacherquai, 2,12

2. Gessnerallee/Sihlstr., 1,81

3. Tal-/Pelikanstr., 1,19

4. Allmend-/Giesshübelstr., 1,15

5. Duttweilerbrücke/Hohlstr., 0,99

6. Wasserwerkstr./Neumühleq., 0,96

7. Winterthurer-/Bülachstr., 0,95

8. Hirschwiesenstr., 0,88

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