Zürich: Dieser E-LKW sorgt für Gezwitscher statt Lärm
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ZürichDieser E-LKW sorgt für Gezwitscher statt Lärm

Die Firma Planzer wirbt mit einem elektrischen Lastwagen für ökologische Transporte. Das sei jedoch nur für Kurzstrecken sinnvoll, sagt ein Experte.

von
pam

Das Transportunternehmen Planzer testet auf Zürichs Strassen einen E-LKW.

Während der Hype um Elektroautos keine Grenzen zu kennen scheint, hört man über den Einsatz der Technologie bei den Transportunternehmen noch wenig. Dabei gibt es Firmen, die schon am Einsatz von elektrisch angetriebenen Lastwagen tüfteln. Bei Planzer ist etwa seit kurzem ein Elektro-LKW in der Region Zürich unterwegs. In einem Clip präsentiert das Transportunternehmen seinen E-LKW, der durch Zürichs Strassen kurvt, während aus einem Lautsprecher Vogelgezwitscher ertönt (siehe Video). «Auch Elektro-Lastwagen sind beinahe geräuschlos unterwegs, und im Rahmen der Sicherheit wollen wir uns mit dem Zwitschern der Vögel auf eine etwas andere Art bemerkbar machen.», sagt Sprecher Jan Pfenninger.

Der umgerüstete LKW von Planzer schafft mit einer Batterieladung eine Reichweite von 250 Kilometern. Laut Pfenninger ist er damit für die Feinverteilung der Lieferungen in der Innenstadt gedacht. «Um eine Ladung von Genf nach Zürich zu bringen, ist die Batterie knapp», erklärt Pfenninger. Es gehe in einem ersten Schritt um den Einsatz in der Citylogistik, wo kurze Lieferungen in der Stadt mit dem E-LKW abgedeckt würden.

3,5-mal teurer als ein herkömmlicher Lastwagen

Bei der Anschaffung kostet der E-LKW laut Pfenninger zwar noch deutlich mehr ein herkömmlicher Lastwagen. «Ein solcher Truck ist rund 3,5-mal teurer», sagt Pfenninger. Und es bezahle natürlich auch kein Kunde mehr, nur weil der E-LKW die Ware abhole. «Somit ist dies eher eine Investition in die Zukunft.»

Ein Grund dafür, dass Transportunternehmen verstärkt an der Elektrifizierung ihrer Flotte arbeiten, ist laut Verkehrssoziologe Jörg Beckmann von der TCS-Mobilitätsakademie auch der kürzlich bekannt gewordene Diesel-Skandal in der Automobilindustrie. «Immer mehr Städte in Europa beschränken die Zufahrt für Diesel-Lieferwagen», sagt Beckmann.

Dies, weil der jüngste Abgas-Skandal erneut gezeigt habe, welchen Einfluss der Dieselmotor auf die Feinstaubbelastung habe. Zu einem ähnlichen Schluss kommt eine Studie vom Beratungsunternehmen McKinsey, die letzte Woche veröffentlicht wurde. Vier von fünf befragten Transportunternehmen gingen laut Studie davon aus, dass Innenstädte nach 2030 für Lieferfahrzeuge mit Verbrennungsmotor gesperrt sein werden.

«Im internationalen Schwerverkehr braucht es weiterhin Verbrennungsmotoren»

Eine weitere Erkenntnis der Studie: Knapp 70 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, dass 2025 ein Drittel der Nutzfahrzeuge einen elektrischen Antrieb haben wird. Diese Prognose ist für Gil Georges, der die Gruppe Energiesysteme am Labor für Aerothermochemie und Verbrennungssysteme an der ETH Zürich leitet, jedoch etwas zu optimistisch, besonders für den internationalen Schwerverkehr.

«Weil Batterien auch in Zukunft kaum eine ausreichende Energiedichte haben werden, um genügend Reichweite zu garantieren, wird es hier weiterhin Verbrennungsmotoren brauchen», sagt Georges. Anders sieht es für ihn im städtischen Transport aus. «Dort gibt es für E-LKWs einiges Potenzial.» Jedoch komme es auf die Ladung an: «Wenn natürlich ein 40-Tönner Baumaterialien lädt, will der Transporteur sichergehen, dass er nur einmal fahren muss.» Weil es für die gleiche Leistung und Reichweite sehr schwere Batterien bräuchte, könnte ein solcher LKW jedoch dementsprechend weniger zuladen, was für den Logistiker nicht attraktiv sei.

Lastwagen wie Trolleybusse an elektrischen Fahrleitungen?

Jörg Beckmann von der Mobilitätsakademie geht davon aus, dass sich im Transportwesen nicht nur die Batterie als Energiespeicher durchsetzen wird. «Für die Transportindustrie wird es eine Bandbreite an Lösungen für die Elektrifizierung geben.» Er denkt dabei auch an LKWs, die wie Trolleybusse an Stromleitungen fahren, oder an Brennstoffzellenfahrzeuge.

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