Aktualisiert 02.10.2018 13:27

McLaren 600LT

Dieser «Einsteiger» hat es in sich

Wer es ernst meint mit dem Sport in der McLaren SportSeries, dem machen die Briten mit dem 600LT jetzt unsittliches Angebot.

von
Thomas Geiger
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Als Basis dient ein stark modi zierter 570S: Aussere Kennzeichen sind der grossere Frontsplitter und die zwei dicken Endrohre, die aus der Motorraumabdeckung ragen.

Als Basis dient ein stark modi zierter 570S: Aussere Kennzeichen sind der grossere Frontsplitter und die zwei dicken Endrohre, die aus der Motorraumabdeckung ragen.

McLaren
Es sind nicht allein die 600 PS und die 620 Nm, die den Reiz des Rennwagens ausma- chen, es ist die brachiale, unge-  lterte Art, mit der der 3,8 Liter grosse V8-Turbo seine Power aus dem Heck rotzt.

Es sind nicht allein die 600 PS und die 620 Nm, die den Reiz des Rennwagens ausma- chen, es ist die brachiale, unge- lterte Art, mit der der 3,8 Liter grosse V8-Turbo seine Power aus dem Heck rotzt.

McLaren
McLaren spricht von rund einem Viertel Neuteile gegenüber der Ausgangsbasis. Dazu gehört auch ein feststehender Heckflügel, der optisch ebenso heraussticht wie die beiden Auspuffrohre, die zwischen Motorabdeckung und Flügel aus der Karosserie lugen. Sie blasen die heißen Abgase in einem solchen Winkel aus der Verkleidung, dass man den Eindruck gewinnt, der Auspuffstrahl könnte noch den Heckflügel streifen.

McLaren spricht von rund einem Viertel Neuteile gegenüber der Ausgangsbasis. Dazu gehört auch ein feststehender Heckflügel, der optisch ebenso heraussticht wie die beiden Auspuffrohre, die zwischen Motorabdeckung und Flügel aus der Karosserie lugen. Sie blasen die heißen Abgase in einem solchen Winkel aus der Verkleidung, dass man den Eindruck gewinnt, der Auspuffstrahl könnte noch den Heckflügel streifen.

McLaren

Gentlemen, start your engines: Wer es ernst meint mit dem Sport in der McLaren SportSeries, dem machen die Briten jetzt auch in ihrer Einstiegsbaureihe ein in jeder Hinsicht unsittliches Angebot. Denn wenn im Geist des legendären F1 GTR aus der Rennsaison 1997 der 600LT an den Start geht, ist das nicht nur der leichteste und leidenschaftlichste, stärkste und schnellste Vertreter der Baureihe, sondern auch der teuerste: 269 000 Franken verlangen die Briten für den Rennwagen mit Strassenzulassung. Dafür gibts 30 PS und 20 Nm mehr als beim 570S, mit dem er die Basis teilt. In der Theorie klingt das nicht nach viel, doch in der Praxis bekommt man dafür einen Adrenalinrausch.

Denn es sind nicht allein die 600 PS und die 620 Nm, die den Reiz des Rennwagens ausmachen, es ist die brachiale, ungefilterte Art, mit der der 3,8 Liter grosse V8-Turbo seine Power aus dem Heck rotzt. Natürlich ist auch der 570S ein Sportwagen, mit dem man sich nirgends verstecken muss und das Spitzentempo von 328 km/h ist sogar identisch. Doch der Longtail ist straffer abgestimmt, direkter ausgelegt, leichter und erwacht erst nach der Ausfahrt aus der Boxengasse so richtig zum Leben: Auf der Zufahrt noch geprägt von quälender Zurückhaltung, schiesst er mit dem ersten Kickdown im Performance Modus wie entfesselt über die Start-Ziel-Gerade, beschleunigt in 2,9 Sekunden von 0 auf 100, schiesst am Scheitelpunkt mit Geschwindigkeiten vorbei, bei denen viele andere Autos schon den Abflug machen würden.

Jeder Kunde muss einen Tag auf die Rennstrecke

Für dieses Erlebnis haben die Briten einen soliden Aufwand betrieben und immerhin ein Viertel aller Bauteile des 570S ausgetauscht: Mit dem messerscharfen Frontsplitter geht der 600LT auch als Rasenmäher durch, der grosse Heckflügel ist ein weithin sichtbarer Beweis für den Angriffsmodus und die neue Heckschürze streckt den Wagen um gute sieben Zentimeter und rechtfertigt so den Namen Longtail.

Zwar sind McLaren-Kunden meist ambitionierte Autofahrer. Doch wissen die Briten, dass es Erfahrung braucht, wenn man einen 600 LT gattungsgerecht bewegen will. Darum schicken sie jeden Kunden auch einen Tag auf die Rennstrecke und stellen ihm dort einen professionellen Fahrer zur Seite.

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