Reto Brennwald: «Dieser Fehler darf nicht passieren»

Aktualisiert

Reto Brennwald«Dieser Fehler darf nicht passieren»

Was musste sich der SF-Moderator nach seinem Fauxpas alles anhören. Der Tenor: peinlich, überfordert, fatal. Er ärgerte sich selbst wohl am meisten.

von
Ronny Nicolussi

Die Worte von Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer kamen nicht überall an.

Damit hatten die wenigsten gerechnet: Die SP-Bundesratskandidatin Jacqueline Fehr erzielte gestern im dritten Wahlgang lediglich 70 Stimmen – sieben weniger als der SVP-Kandidat Jean-François Rime. Dieser zog damit zusammen mit Simonetta Sommaruga in den vierten Wahlgang ein, Fehr schied gemäss Parlamentsgesetz als Kandidatin mit der geringsten Stimmenzahl aus, wie Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer bekannt gab.

366 000 Zuschauer, welche die Livesendung des Schweizer Fernsehens verfolgten, nahmen davon Kenntnis. Nur Reto Brennwald, der die Sendung moderierte, entging dieser Umstand offensichtlich (Video). Er sagte: «Die einzige markante Veränderung im dritten Wahlgang ist Jacqueline Fehr, die sechs Stimmen aufgeholt hat.» Erst als ihn Politologe Iwan Rickenbacher darauf aufmerksam machte, begriff er, was passiert war.

Heute sagt er auf Anfrage von 20 Minuten Online dazu: «Ich ärgere mich selber am meisten, dass ich einen Moment lang unaufmerksam war. Das war natürlich ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen.» Zur Begründung seines Aussetzers erklärt er: «Sechs Stunden lang in einer Livesendung mit mehreren Aussenstationen, im Trubel der Wandelhalle und mit komplizierter Kommunikation auf dem Ohr immer den Überblick zu behalten ist nicht einfach.»

SF-Chefredaktor mit Leistung zufrieden

Rückendeckung erhält der Moderator von SF-Chefredaktor Hansruedi Schoch. «Mit der Live-Sendungen waren wir sehr zufrieden», hiess es auf Anfrage. «Mit Ausnahme des Fehlers in der Hitze des Gefechts, das Ausscheiden von Jacqueline Fehr verzögert realisiert zu haben, hat unser Team eine starke Leistung erbracht.»

Die Bilanz der Bundesratswahlen

Was meinen Sie? War Reto Brennwalds Fauxpas ein Misstritt, der in der Hitze des Gefechts passieren kann, oder war es ein unverzeihlicher Fehler? Diskutieren Sie im Talkback!

Alle Bundesratskandidatinnen und -kandidaten

Die sechs offiziellen Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundesratswahlen haben sich dem Stresstes von 20 Minuten Online gestellt: Simonetta Sommaruga und Jacqueline Fehr

von der SP, Karin Keller-Sutter und Johann Schneider-Ammann von der FDP sowie Jean-François Rime von der SVP und Brigit Wyss von den Grünen.

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