Thurgau: Dieser Fisch frisst die Babys von anderen Fischen weg
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ThurgauDieser Fisch frisst die Babys von anderen Fischen weg

Der Kanton Thurgau informiert über die Gefahren von invasiven Tier- und Pflanzenarten und wie der Mensch ihnen bei der Ausbreitung hilft. Gerade in den Sommermonaten ist die Problematik verbreitet.

von
Leo Butie
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Die Schwarzmeergrundel, hier im Bild, ist eine invasive Art. Sie stammt ursprünglich aus dem Schwarzen Meer und ist als Allesfresserin bekannt.

Die Schwarzmeergrundel, hier im Bild, ist eine invasive Art. Sie stammt ursprünglich aus dem Schwarzen Meer und ist als Allesfresserin bekannt.

KEYSTONE
Der nordamerikanische Signalkrebs ist eine weitere Art, die sich in der Schweiz ausbreitet. Er verdrängt die einheimischen Krebsarten und überträgt die Krebspest.

Der nordamerikanische Signalkrebs ist eine weitere Art, die sich in der Schweiz ausbreitet. Er verdrängt die einheimischen Krebsarten und überträgt die Krebspest.

Amt für Umwelt des Kantons Thurgau
Einheimische Krebsarten sterben an dieser Krankheit. Diese Signalkrebse wurden aus der Reuss gefischt.

Einheimische Krebsarten sterben an dieser Krankheit. Diese Signalkrebse wurden aus der Reuss gefischt.

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Darum gehts

  • Das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau informiert über die Gefahr von invasiven Arten.
  • Die Arten können sich als blinde Passagiere auf Wassersportgeräten verstecken.
  • Invasive Arten wie die Quagga-Muschel breiten sich rasant aus.
  • Diese Arten können einheimische Arten bedrohen.
  • Man sollte deshalb Sportgeräte und Boote gut reinigen, falls man das Gewässer wechselt.

Eine Muschel, die ursprünglich aus dem Schwarzen Meer stammt, breitet sich explosionsartig in der Schweiz aus. Bereits jetzt ist die Quagga-Muschel für die Betreiber von Seewasserwerken am Bodensee zu einem Problem geworden, da sie beispielsweise Rohre verstopft. Die Rohre muss man danach mechanisch reinigen.

Andere Arten wie der Signalkrebs oder die Schwarzmeergrundel stellen ein grosses Problem für einheimische Arten dar. Der Signalkrebs verdrängt einheimische Arten und übertragt die Krebspest, gegen die er selbst immun ist. Die Schwarzmeergrundel dagegen ist als Allesfresser bekannt und frisst auch den Laich von einheimischen Fischen weg und schadet diesen.

Was sind invasive Arten?

Eine invasive Art ist eine gebietsfremde Art, die negative Auswirkungen auf andere Arten oder Lebensräume hat. Gebietsfremde Arten, in der Fachsprache Neobiota benannt, sind Tier- oder Pflanzenarten, die durch den Einfluss des Menschen in ein neues Gebiet gekommen sind. Meistens geschieht das bewusst, zum Beispiel bei der Einführung einer neuen Nutzpflanze. Eine bekannte Neobiota ist die Kartoffel in Europa, die ursprünglich aus Südamerika stammt.

Der Kanton Thurgau informiert nun über die Gefahren von invasiven Arten. Denn auch der Mensch trägt zur Verbreitung solcher Arten bei. Falls man verschiedene Gewässer benutzt und zum Beispiel sein Surfbrett nicht sorgfältig reinigt, können invasive Arten als blinde Passagiere mitreisen. So können sie sich schnell in andere Gewässer ausbreiten. Die Schwarzmeergrundel ist beispielsweise eine schlechte Schwimmerin und könnte ohne fremde Hilfe den Rheinfall nicht überwinden.

Wassersportgeräte sollte man gut reinigen

Man sollte deshalb sein Schlauchboot oder Kanu gründlich reinigen, bevor man das Gewässer wechselt. Auch das Wasser, das sich sammelt, sollte man entfernen. «Bereits kleine Wasseransammlungen können problematisch sein. Sie zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach», weiss Natalie Messner von der Fachstelle Biosicherheit vom Amt für Umwelt des Kantons Thurgau.

Auch Schmutz und Pflanzenreste können gute Verstecke sein. Anschliessend sollte das Sportgerät für mindestens vier Tage vollständig trocknen, bevor man es in anderen Gewässern einsetzt. Mit diesen Massnahmen kann man die Ausbreitung der Schwarzmeergrundel und anderer invasiven Arten verlangsamen.

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Deine Meinung

10 Kommentare
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Richi

21.07.2020, 09:09

Die Bioschicht in Ansaugrohren führt nicht zu Verstopfungen. Sie baut sich nur bis zu einer gewissen Stärke auf und nicht mehr. ( ca. 15 cm ) . Wenn die Rohre entsprechend dimensioniert sind ist das kein Problem.

Naturversteher

21.07.2020, 08:22

@Vogelfründ ja das ist eine ganz tolle Idee, weil der Kormoran weiss ja dass er nur invasive Fischarten komplett auffressen darf.

Vogelfründ

21.07.2020, 06:07

Warum setzt man keine heimischen Kormorane aus? Diese Vögel würden jeder Grundel auf den Grund gehen. Dieser Vogel ist für seine Vorliebe für Fisch bekannt und würde den Fluss Grundel/Fisch frei machen.