Aktualisiert 13.03.2015 11:41

Wallis

Dieser Freerider wird in letzter Sekunde gerettet

Ein australischer Freerider wird in Les Crosets VS von einer Lawine erfasst und verschüttet. Nun hat er das Video davon veröffentlicht.

von
num

James Mort (20) geniesst am 30. Januar einen Skiausflug ins ungesicherte Pulverschneegelände von Les Crosets VS. Er und seine Freunde, Daniel O'Sullivan, Andrew Sebesfi und der Schweizer Leonard Ottensmeyer, wissen von der erheblichen Lawinengefahr – und fahren zu Beginn nur auf ungefährlichem Terrain. Schliesslich aber kommen sie zu einem Hügel, den an diesem Tag noch niemand befahren hat.

Auf seinem Blog schildert Mort: «Ich hörte ein Geräusch, das wie ein Whump klang, als ich mit den Skiern 30 Zentimeter unter dem Pulverschnee durch die Schneedecke brach.» Mort fährt als erster den Hang hinunter – und löst die Lawine aus. «Ich spürte, wie der Schnee sich löste und versuchte, so schnell wie möglich zu fahren.»

Skistock rettet ihm das Leben

Er hat keine Chance: Die Schneemassen erwischen ihn, umhüllen ihn sofort, er fällt nicht mal um, sondern bleibt stehend eingeschlossen. Geistesgegenwärtig streckt er – bevor er sich keinen Zentimeter mehr rühren kann – den Skistock in die Höhe. «Danach wurde es schwarz und kalt.»

Als er eingeschlossen wird, ist sein erster Gedanke: «Okay, du bist tot.» Er erinnerte sich, dass er selbst zwar eine Schaufel und ein Lawinensuchgerät, die anderen Kollegen jedoch nur eine Schaufel und eine Sonde dabeihatten. «Ich war überzeugt, dass sie mich nicht rechtzeitig finden würden.»

Warnung für andere Freerider

Sein Kollege Daniel O'Sullivan schnappt sich die Lawinenschaufel und beginnt fieberhaft zu graben. Mort versucht währenddessen, ruhig zu bleiben: «Bizarrerweise fühlte ich keine grossen Emotionen. Ich hatte zwei Optionen: Entweder sie würden mich schnell genug finden und ich würde überleben. Oder sie würden mich nicht finden und ich wäre tot.» Mort versucht, langsam zu atmen und Sauerstoff zu sparen.

Als seine Freunde ihn schliesslich erreichen, beginnt er vor Freude zu weinen. Zuerst legen sie seinen Kopf frei, damit er wieder Luft bekommt. Es dauert insgesamt fast eine Stunde, bis Mort aus den Schneemassen befreit werden kann. In dieser Zeit realisiert der Verschüttete, dass er einer weiteren Lawine hilflos ausgesetzt wäre. «Der Gedanke, nochmal verschüttet zu werden, war entsetzlich.»

Der junge Australier veröffentlichte das Video nun auf seinem Blog, um andere Freerider zu warnen, nicht leichtsinnig und nicht ohne entsprechende Ausrüstung ihr Leben aufs Spiel zu setzen.

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