Zürich : Dieser Händetrockner bringt Babys zum Schreien
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Zürich Dieser Händetrockner bringt Babys zum Schreien

Zürcher Gemeinschaftszentren gelten als kinderfreundlich: Wickeln ist dort aber eine Qual für Babys und Eltern. Schuld ist ein extrem lauter Händetrockner.

von
som

Wer hier seine Hände trocknet, macht kleine Kinder unglücklich. Ein Kleber mit Gehörschutz darauf warnt vor der Lautstärke (Leser-Reporter).

20-Minuten-Leserin A. K.* war kürzlich im Gemeinschaftszentrum (GZ) Buchegg – einer Einrichtung der Stadt Zürich, wo sich Eltern mit ihren kleinen Kindern gerne treffen. Auf der Toilette wickelte sie ihren sechs Monate alten Sohn. Gleichzeitig hielt jemand seine Hände in den sogenannten Kaltluft-Turbinentrockner – dank einer Windgeschwindigkeit von über 600 km/h trocknen diese innert Sekunden.

Allerdings mit einer Nebenwirkung, so K: «Das Geräusch ist extrem laut und wird wohl durch den grossen Hall im Raum noch verstärkt.» Dies war wohl zu viel für ihr Baby, denn es fing an zu schreien wie am Spiess: «Es liess sich kaum mehr beruhigen.»

«Wir hätten gerne Trockner im Flüstermodus»

Von Kolleginnen erfuhr sie, dass sie nicht die Einzige mit diesem Problem ist: «Viele GZ-Besucher müssen andere stets bitten, auf das Händetrocknen zu verzichten, was natürlich auch nicht angenehm ist.» Aber sonst würden Babys und kleine Kinder auf dieser Toilette nur schreien. «Zum Glück nehmen GZ-Mitarbeiter Rücksicht und trocknen ihre Hände gar nicht, wenn sich dort ein Kind aufhält.» Jemand habe sogar einen Kleber mit Ohrenschützern dort angebracht.

Installieren liess den Kaltluft-Turbinentrockner Immobilien Stadt Zürich, eine Abteilung des Hochbaudepartements: «Natürlich hätten wir gerne solche Trockner mit Flüstermodus. Aber die gibt es leider nicht», sagt Sprecher Marc Huber. Sonst hätten die Geräte aber viele Vorteile: «Sie sind günstiger im Betrieb, hygienischer und verbrauchen viel weniger Energie als Stoffrollen oder Papiertücher.»

«Geräusch schadet nicht»

Deshalb würden Kaltluft-Turbinentrockner seit 2013 wenn möglich bei städtischen Bauten eingesetzt. Diese stammen bisher von der Firma Dyson – laut Huber in Ermangelung von Alternativen. Doch derzeit werden im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung auch andere Anbieter geprüft, so Huber: «Leiser werden die Geräte aber auch in Zukunft nicht sein.»

Auch bei der Firma Dyson ist man sich bewusst, dass die Geräusche der Händetrockner namens Airblade Babys und Kleinkinder erschrecken können, wie Sprecherin Naemi Heiniger sagt: «Der Lärm ist jedoch keineswegs schädlich für Kinderohren.» Ebenfalls sei Dyson kein Fall bekannt, in dem sich Eltern wegen des Händetrockner-Lärms beschwert hätten. Man sei aber stets darum bemüht, dass jede neue Range an Geräten besser und auch leiser sind als die Vorgänger.

*Name der Redaktion bekannt

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