Sicherheitskosten: «Dieser Kompromiss trifft uns sehr hart»
Aktualisiert

Sicherheitskosten«Dieser Kompromiss trifft uns sehr hart»

Der FC Luzern muss insgesamt 300'000 Franken mehr Polizeikosten zahlen. FCL-Präsident Ruedi Stäger ist wenig erfreut darüber.

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sam/sda
FCL-Präsident Ruedi Stäger und Regierungsrat Paul Winiker präsentierten am Mittwoch die neue Kostenaufteilung.

FCL-Präsident Ruedi Stäger und Regierungsrat Paul Winiker präsentierten am Mittwoch die neue Kostenaufteilung.

Harter Schlag für den Luzerner Super-League-Fussballclub: Die neu mit dem Kanton ausgehandelte Vereinbarung sieht eine Erhöhung des jährlichen Beitrags von pauschal 570'000 auf 870'000 Franken vor.

Die neue Vereinbarung mit einer Laufzeit von fünf Jahren gilt ab 2016. Künftig wird die Abgeltung an den Kanton jährlich neu definiert. Die Höhe richtet sich jeweils nach dem effektiven Aufwand für die Polizeikosten des Vorjahres, wie der Kanton Luzern und der FC Luzern am Mittwoch mitteilten.

Die Vereinbarung hält sich an Vorgaben aus dem Parlament, wie es in der Mitteilung heisst. Diese fordern eine Kostenbeteiligung von annähernd 80 Prozent an den Polizeikosten abzüglich der unentgeltlichen Grundversorgung.

Bis zu 250'000 Franken Rabatt möglich

Die Vereinbarung biete zusätzliche Ansätze und Anreize zur Verhinderung von Gewalt im und um das Stadion und zur Senkung der Polizeikosten, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von FCL und Kanton. So erhält der Klub insgesamt bis zu 250'000 Franken pro Jahr Rabatt, wenn die Bewilligungsauflagen vollumfänglich umgesetzt würden, Ausschreitungen ausserhalb des Stadtions ausblieben und der Klub in Sicherheitsinfrastruktur (maximal 50'000 Franken) investiere.

Die Vereinbarung regelt ausserdem die Beteiligung des FC Luzern und der Swissporarena an den Polizeikosten bei Spielen ausserhalb der Meisterschaft: Freundschaftsspiele, Cupspiele, internationale Spiele des FCL oder Länderspiele der Schweizerischen Nationalmannschaft bleiben bei geringem Sicherheitsrisiko unentgeltlich. Bei einem mittleren oder hohen Sicherheitsrisiko werden pauschal 25'000 Franken respektive 50'000 Franken in Rechnung gestellt.

Nachteil der Lage des Bahnhofs

«Dieser Kompromiss trifft uns sehr hart», sagt FCL-Präsident Ruedi Stäger. Der Verein müsse im Vergleich zu den anderen Clubs bereits heute die höchsten Polizeikosten tragen. Ein Vergleich zeigt: Betragen die Polizeikosten beim FC Luzern neu fast 870'000 Franken pro Saison, seien es beim FC Basel bei gleicher Zuschauerzahl lediglich rund 250'000 Franken. Auch in Thun und Bern (je rund 213'000 Franken) sei dieser Betrag deutlich weniger. Der FC Zürich zahlt für nationale Spiele 500'000 Franken pro Saison, zusammen mit internationalen

Matches können die Polizeikosten laut Mediensprecher Patrick Lienhart allerdings bis zu einer Million betragen. Interessant ist auch der Pro-Kopf-Vergleich: So zahlt ein Luzerner Zuschauer im Schnitt zwischen 4,07 und 5,28 Franken an die Sicherheitskosten, in Basel sind es 1,5 und in Bern 1,3 Franken.

Die hohen Polizeikosten des FCL führt Stäger auch auf den «Standortnachteil» in Luzern zurück: So könnten die Kosten seiner Ansicht nach deutlich tiefer ausfallen, wenn der Zug direkt bei der Swissporarena halten würde. In anderen Städten wie etwa Basel ist die SBB-Haltestelle nur wenige Meter vom Stadion entfernt. Stäger: «Das Risiko des Marschs vom Bahnhof Luzern zum Stadion wird je nach Spiel unterschiedlich eingestuft. Damit haben wir aber nichts zu tun, das ist Sache der Polizei.» Diese lässt verlauten, dass sie weiterhin entsprechende Sicherheitsmassnahmen treffen will: «Bei den Gleisen werden wir demnächst Absperrungen installieren sowie hochauflösende Kameras montieren», sagt Polizeikommandant Adi Achermann.

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