Fishcam: Dieser Livestream startete vor 24 Jahren
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FishcamDieser Livestream startete vor 24 Jahren

Sie waren einst die berühmtesten Fische des Internets: Seit 1994 filmt eine Webcam ein Aquarium in den USA. Heute nur noch aus nostalgischen Gründen.

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swe
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Schon seit fast zweieinhalb Jahrzehnten läuft dieser Stream eines Wasserbeckens voller Fische. Es ist kein Video-Livestream, wie man ihn heute kennt. Das Bild wird nur einmal pro Sekunde aktualisiert.

Schon seit fast zweieinhalb Jahrzehnten läuft dieser Stream eines Wasserbeckens voller Fische. Es ist kein Video-Livestream, wie man ihn heute kennt. Das Bild wird nur einmal pro Sekunde aktualisiert.

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Auch in der Nacht kann man die Fische beobachten. Weil dann die Lichter ausgeschaltet werden, sorgt der Infrarotmodus der Kamera dafür, dass man dennoch etwas sieht.

Auch in der Nacht kann man die Fische beobachten. Weil dann die Lichter ausgeschaltet werden, sorgt der Infrarotmodus der Kamera dafür, dass man dennoch etwas sieht.

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Die Website ist technisch auf dem Stand vom Ende des letzten Jahrtausends. Nur Google Analytics wurde integriert, um zu schauen, wie viele Menschen sich die Website noch ansehen.

Die Website ist technisch auf dem Stand vom Ende des letzten Jahrtausends. Nur Google Analytics wurde integriert, um zu schauen, wie viele Menschen sich die Website noch ansehen.

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Youtube, Twitch oder Netflix: Videostreams – egal ob live oder zeitversetzt – sind im Internet heute gang und gäbe. Doch das war nicht immer so.

In den 1990er-Jahren war die Fishcam noch eine von ganz wenigen Online-Übertragungen. Sie zeigt ein Aquarium, das in Sunnyvale im US-Bundesstaat Kalifornien steht.

Livestream seit Dekaden

Schon seit 24 Jahren läuft der Stream. Ursprünglich wurde dieser vom US-Programmierer Lou Montulli eingerichtet, der beim ersten Webbrowser Lynx mitgearbeitet hatte und später der erste Entwickler bei Netscape wurde. Als er dort beschäftigt war, richtete er die Webcam als Experiment ein.

Netspace, die Firma, die den populärsten Browser der 1990er-Jahre herausgab, verlor später ihren Marktanteil an den Internet Explorer von Microsoft. Als die Software deshalb 2008 eingestellt wurde, ging auch der Fisch-Stream offline. Seit dem Jahr 2009 ist die Website aber wieder online.

Fischen zuschauen

Was nach einem spassigen Projekt aussieht, hat einen ernsthaften Hintergrund. Denn gegenüber Motherboard.vice.com erklärte Montulli: «Wir haben Technologien entwickelt, um den Online-Handel zu verbessern und das Internet nützlicher zu machen. Die Fishcam war eine der Testumgebungen.» Unter anderem hat Netscape dank den Tests mit der Fishcam auch Funktionen wie animierte GIFs oder dynamische Websites eingeführt.

Im Gegensatz zu früher, als noch ein 14,4-k-Modem für die Datenübertragung genutzt wurde, wird der Stream heute jede Sekunde statt nur alle drei oder vier Sekunden aktualisiert. Ansonsten sei die Website der Fishcam technisch noch auf dem Stand von 1999. «Ich habe versucht, die Page retro zu halten», so Montulli.

Vor allem in den 1990er-Jahren war die Fishcam populär. Zu einer Zeit, als nur wenige Millionen Haushalte überhaupt ins Internet kamen, erreichte der Fisch-Livestream teilweise bis zu 100'000 Besucher täglich. Im Netscape-Browser gab es damals sogar einen Tastaturbefehl, um direkt zur Fishcam zu gelangen.

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