Grosse Geschenke: Dieser Mann hat ein Herz für alleinerziehende Mamis
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Grosse GeschenkeDieser Mann hat ein Herz für alleinerziehende Mamis

Für über 1000 Franken beschenkte ein Buchhalter über Facebook Mütter mit Tablets. Er hoffe, dass es ihm andere gleichtun, so der Mann.

von
B. Zanni
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«Welcher alleinerziehenden Mutter darf ich zu Weihnachten eine kleine Freude machen?», fragte der 57-jährige Zürcher Buchhalter Anfang Dezember in einer Facebook-Gruppe.

«Welcher alleinerziehenden Mutter darf ich zu Weihnachten eine kleine Freude machen?», fragte der 57-jährige Zürcher Buchhalter Anfang Dezember in einer Facebook-Gruppe.

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Ein iPad ...

Ein iPad ...

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... plus ein Cover bot W. L. gratis an.

... plus ein Cover bot W. L. gratis an.

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Ein iPad plus ein Cover bot W. L.* gratis an. «Welcher alleinerziehenden Mutter darf ich zu Weihnachten eine kleine Freude machen?», fragte der 57-jährige Zürcher Buchhalter Anfang Dezember in einer Facebook-Gruppe. Er habe ein iPad zu verschenken, das ein wenig mehr Arbeit suche. «Gekauft 06.01.2017, wenig gebraucht und darum in einem sehr guten Zustand.» Dazu versprach er ein neues Cover mit der Aufforderung, vorgängig die gewünschte Farbe anzugeben.

Mütter ohne Partner freute der Post sofort. «Ich stelle mich sehr gern an, bin alleinerziehend und wünsche mir das schon lange, war aber leider bis jetzt nie möglich», schrieb eine Mutter in der Kommentarspalte. Auch andere Mütter «hüpfen gerne in den Lostopf».

«Entscheidung falle schwer»

Dabei war auch eine 22-jährige Mutter von drei Kindern. Seit Anfang Monat sei sie alleinerziehend, schrieb sie. «Leider Gottes wird bei uns Weihnachten dieses Jahr nicht gefeiert, weil die Trennung und alles einfach viel zu frisch ist.» Ein iPad wäre eine Ablenkung für sie. «Da ich auch keinen TV und keinen PC habe im Moment, könnte ich so wenigstens mal etwas TV schauen.» Sie bezeichnet W. als «Engel». Andere User wollen nicht zugreifen, feiern das Angebot aber als «tolle Geste» oder «super herzige Idee».

Kurze Zeit später doppelte W. mit einem weiteren Geschenk nach. Die Entscheidung falle ihm schwer, schrieb er in einem Kommentar. «Darum habe ich mich jetzt entschieden, dass ich jetzt noch einen neuen iPad-Mini kaufen gehe, auch zum Verschenken. So kann ich wenigstens zwei Mamis berücksichtigen.»

Modepüppchen hätten keine Chance gehabt

Rund 40 alleinerziehende Mütter hätten sich gemeldet, sagt W. zu 20 Minuten. «Ich las jede Nachricht genau durch. Frauen, die sich auf Facebook als Modepüppchen darstellten, hatten schon mal keine Chance. Wenn sie Geld für gemachte Fingernägel haben, haben sie kein gratis Gerät verdient.» Am Ende sei die Wahl für das gebrauchte iPad auf eine Mutter mit einem Jungen gefallen. Das iPad-Mini habe er einer Mutter mit zwei Mädchen geschenkt. Dazu habe er noch je zwei Paar Kopfhörer verschenkt.

«Die beiden Frauen fielen aus allen Wolken», sagt W. Sie hätten ihm per Nachricht aus ihrem Leben erzählt. «Ich konnte sehr mitfühlen. Telefoniert haben wir aber nicht. Ich suchte keinen Kontakt, sondern wollte einfach jemandem eine Freude machen.»

«Weiss, was es heisst, nicht viel zu haben»

Das iPad hatte laut W. einen Wert von 750 Franken, das iPad-Mini habe rund 400 Franken gekostet. Er habe nie mit dem Gedanken gespielt, das gebrauchte Gerät zu verkaufen. «Ich weiss selber, was es heisst, nicht viel zu haben.» Er habe drei Burnouts gehabt und zehn Jahre lang jeden Rappen umdrehen müssen. Zudem sei er ein «Scheidungsopfer». Die Alimente, die er für seine beiden Kinder habe bezahlen müssen, hätten seine finanzielle Situation noch erschwert.

Er hoffe, dass er mit seiner Aktion weitere Menschen motivieren könne, anderen ohne Gegenleistung eine Freude zu machen. «Jeder könnte in seinem Rahmen Gleiches tun», so W. Selber wünsche er sich Gesundheit. «Mit Materiellem kann man mich nicht beeindrucken.»

*Name der Redaktion bekannt.

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