Aktualisiert 11.11.2011 15:26

Domenech beim Tennis

Dieser Mann ödet Frankreich an

Zugegeben, es war kein sonderlich aufregendes Spiel zwischen Jo-Wilfried Tsonga und Andreas Seppi. Aber ist das ein Grund, gleich die Augen zu verdrehen, Monsieur Domenech?

von
kmo

Mag Raymond Domenech eigentlich Sport? Sein Auftritt an der WM 2010 als Trainer der französischen Nationalmannschaft im Spiel gegen Südafrika ist in bester Erinnerung: Wie er steinern dastand, als ginge ihn das Ganze nichts an. Sein arrogant-gelangweilter Blick, mit dem er seinen Spielern beim Verlieren zusah. Keine Emotionen, kein Wille, mitzutun.

Und doch scheint es ihn immer wieder an Sport-Veranstaltungen zu ziehen. Gestern zum Beispiel sah er sich das Achtelfinal in Paris-Bercy zwischen dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga und dem Italiener Andreas Seppi an. Er war zumindest in der Halle.

Unendlich gelangweilt, fast angewidert

Denn man hatte nicht den Eindruck, dass sich Domenech einen Match zwischen zwei hochkarätigen Tennisspielern ansieht. Ein Match, den sein Landsmann – immerhin – souverän (6:3, 6:4) für sich entschieden hat. Viel eher hatte man das Gefühl, dass der Mann echt leidet. Unendlich gelangweilt schaut er in die andere Richtung als die Zuschauer hinter ihm, er verdreht die Augen oder blickt angewidert ins Leere. Sein Sitznachbar, dessen Mimik kein bisschen enthusiastischer wirkt, verstärkt das Bild noch.

Aber vielleicht tun wir Domenech ja unrecht. Vielleicht rührt sein Gesichtsausdruck auch daher, dass ihm die Franzosen sein Scheitern mit der Nationalmannschaft noch immer nicht verziehen haben. Als sein Konterfei während des Spiels auf den Monitoren ausgestrahlt wurde, ertönten Pfiffe.

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