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Erstes InterviewDieser Mann trieb 14 Monate auf hoher See

Von dem Fischer, der nach eigenen Angaben 14 Monate lang auf dem Pazifik trieb, gibt es erste Bilder. Der Mexikaner sieht zwar etwas verwirrt, ansonsten aber erstaunlich fit aus.

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Der mexikanische Fischer José Salvador Albaniaga war in der vergangenen Woche mit seinem antriebslosen Boot auf den Marshall-Inseln inmitten des Pazifischen Ozeans gestrandet (20 Minuten berichtete). 13'000 Kilometer hatte Albaniaga zurückgelegt, nachdem er laut eigenen Angaben am 21. Dezember 2012 von der Küste El Salvadors aufgebrochen war. Der verwirrt wirkende Mann mit langen Haaren und Vollbart wurde zunächst von einer örtlichen Familie auf dem Ebon-Atoll aufgenommen. Ein norwegischer Anthropologie-Student, der in der Region Forschungsarbeit betrieb, kontaktierte darauf die Behörden.

Jetzt erzählt Albaniaga erstmals von seiner Odyssee: Zusammen mit zwei weiteren Fischern, einem 15- und einem 18-Jährigen, sei er in Seenot geraten. Seine Begleiter seien bereits vier Wochen nach dem Schiffbruch gestorben. Er habe jedoch dank Gebeten, Schildkrötenblut, seinem eigenen Urin und dem Fleisch von Seevögeln überlebt, sagte er der ««Daily Mail»».

Paar nach zwei Tagen in Seenot gerettet

Körper ist aufgedunsen

Er erinnert sich kaum an etwas. Er wisse nicht genau, wie alt er sei, «vielleicht 36 oder 38 Jahre alt». Im Spital bat der Mann, seine Frau und seine zehnjährige Tochter anrufen zu dürfen. Er erinnere sich aber weder an den Namen seines Dorfes noch an die Telefonummer seiner Familie: «Ich habe viele Dinge vergessen.»

Auffallend an den Bildern ist, dass Albaniaga nicht so ausgemergelt aussieht, wie erste Berichte nahegelegt hatten. Die Ärzte, die ihn in den letzten Tagen behandelten, erklärten, dass sein Körper «wegen der besonderen Bedingungen» aufgedunsen sei. Der Mann könne ausserdem kaum gehen. Am Sonntag wurde Albaniaga vom Ebon-Atoll auf ein Patrouillenboot zur Hauptinsel der Marshall-Inseln, Majuro, gebracht. Laut «Daily Mail» seien bereits Verwandte des Mannes in El Salvador und den USA gefunden worden.

Das Schicksal des Mannes erinnert an den Film «Castaway» mit Tom Hanks

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