Kannibalismus: Dieser Mann wollte einen Schweizer essen
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KannibalismusDieser Mann wollte einen Schweizer essen

Im letzten Moment konnte er gestoppt werden, der 43-jährige Slowake, der einen Schweizer verspeisen wollte. Nun sind neue Details zum makabren Familienvater bekannt geworden.

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fum/rbo/jcg/amc

Der Fall schockiert die Slowakei und sorgt auch in der Schweiz für Gesprächsstoff: Über Internet lernen sich zwei Männer kennen, ganz offensichtlich beide mit morbiden Vorlieben. Per Mail tauschen sie ihre Fantasien aus und schmieden einen kranken Plan: Matej C., ein 43-jährige Slowake, soll seine Schweizer Internetbekanntschaft mit einem Stich ins Herz töten, in Stücke schneiden – und danach verspeisen.

«Gemäss der Abmachung sollte der Täter eine Säge, mehrere Messer, Schraubenzieher, Plastiksäcke und schwarzen Pfeffer dabei haben. Sie wollten zusammen in den Wald gehen, wo schon ein Loch ausgegraben sein sollte», sagt Polizeipräsident Jaroslav Spisiak gegenüber der slowakischen Tageszeitung «Novy Cas». «Er wollte mehrere Male wiederkommen, um ein neues Stück des Körpers abzuschneiden und zu essen», so Spisiak weiter. Mit dem Pfeffer habe er Wildtiere von der Leiche abhalten wollen.

Undercover-Agent wartet

Matej C. wartet am Dienstag tatsächlich auf dem vereinbarten Parkplatz in der Stadt Kysak. Was er nicht weiss: Der Mann, der auf ihn zukommt, ist nicht sein zukünftiges Opfer, sondern ein Undercover-Agent der slowakischen Polizei. Im Hintergrund sind mehrere Scharfschützen postiert.

Als ihm bewusst wird, dass er in die Falle getappt ist, zückt Matej C. ohne Vorwarnung eine Schusswaffe. Die Beamten kommen ihm zuvor und strecken ihn nieder. Dennoch gelingt es ihm im Fallen, einen Schuss auf einen Polizisten, der dem Undercover-Agenten zu Hilfe kommen will, abzugeben. Die Kugel trifft den Ermittler im Brustbereich, sein Leben ist aber nicht in Gefahr.

Den Informatiker erwischt es übler: «Mehrere innere Organe sind getroffen worden, er befindet sich in Lebensgefahr», sagt Jaroslava Oravcova, Sprecherin des Unispitals L. Pasteora zu «Cas». Topky berichtet gar, dass seine Stunden gezählt seien.

Unauffälliges Familienleben

Laut Topky führte der zweifache Familienvater – ein Mitglied des lokalen Schiess- und Militärklubs – ein völlig unauffälliges Leben. «Er ist ein guter Schütze und hat schon mehrere Wettbewerbe gewonnen», sagt Josef Manja, Präsident des Schiessklubs.

Die Polizei sucht derzeit die umliegenden Wälder ab, wo der Schweizer hätte vergraben werden sollen. Überlebt Matej C., dürfte er seine Familie für längere Zeit nicht wiedersehen. «Wir haben ein Strafverfahren eingeleitet. Gut möglich, dass er lebenslänglich kriegt», so Polizeikommandant Lipsic.

Über die Identität des Schweizers ist weiterhin nichts bekannt. Sowohl die Schweizer als auch die slowakischen Behörden wollen keine Auskunft geben. «Wir schützen ihn bewusst vor der Öffentlichkeit», so eine slowakische Polizeisprecherin gegenüber 20 Minuten Online.

(Mitarbeit: Jana Gerber)

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