Mauro Lustrinelli : Dieser Nati-Kader ist «giggerig» auf die U21-Europameisterschaft
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Mauro Lustrinelli Dieser Nati-Kader ist «giggerig» auf die U21-Europameisterschaft

Erstmals seit 2011 nimmt die Schweizer U-21-Nationalmannschaft wieder an einer EM-Endrunde teil. Cheftrainer Lustrinelli zeigt sich trotz dem Wirbel um den umstrittenen Nationen-Wechsel von Nedim Bajrami zuversichtlich für das Turnier in Slowenien/Ungarn.

von
Florian Gnägi
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Mauro Lustrinelli setzt bei der U21-EM auf den Teamgeist als grosse Schweizer Stärke.
Mauro Lustrinelli setzt bei der U21-EM auf den Teamgeist als grosse Schweizer Stärke.Urs Lindt/freshfocus
2020 noch im Kader bei Kongos A-Nati, jetzt mit der Schweiz bei der U-21-EM: Sion-Goalie Timothy Fayulu.

2020 noch im Kader bei Kongos A-Nati, jetzt mit der Schweiz bei der U-21-EM: Sion-Goalie Timothy Fayulu.

Urs Lindt/freshfocus
YB-Shootingstar Fabian Rieder schafft rechtzeitig auf die EM-Endrunde den Sprung in die U21-Nati.

YB-Shootingstar Fabian Rieder schafft rechtzeitig auf die EM-Endrunde den Sprung in die U21-Nati.

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Darum gehts

  • U-21-Natitrainer Lustrinelli gab am Montag sein Aufgebot für die EM-Endrunde bekannt.

  • Erstmals mit dabei: Timothy Fayulu (Sion) und Fabian Rieder (YB).

  • Die Schweiz trifft an der EM-Vorrunde auf England, Kroatien und Portugal

In den letzten Tagen sorgte rund um die Schweizer U21-Nati vor allem der Nationenwechsel von Empoli-Offensivspieler Nedim Bajrami für Schlagzeilen. Der frühere GC-Profi hatte sämtliche Juniorenabteilungen beim Schweizer Fussballverband durchlaufen, entschied sich aber nun künftig für sein Mutterland Albanien spielen zu wollen.

Bei der Medienkonferenz im Rahmen der Kader-Bekanntgabe am Montag betonte U21-Coach Mauro Lustrinelli noch einmal, alles versucht zu haben, um Bajrami beim SFV zu halten. Letztlich sei es aber nicht mehr möglich gewesen den Spieler umzustimmen. «Es ist schade für ihn, aber wenn sich von über 40 Spielern einer gegen uns entscheidet, ist das nicht viel», meint der Tessiner und nimmt damit Bezug auf die Anzahl Akteure, die unter seiner Regie die Qualifikation für die EM in Slowenien und Ungarn erfolgreich bestritten haben.

Hammergruppe für die Schweiz

Der Wirbel um den Verbandswechsel von Bajrami soll der Euphorie, sich erstmals seit zehn Jahren wieder mit den besten U-21-Nationalteams Europas messen zu können, nicht abträglich sein. «Wir sind giggerig auf das Turnier und freuen uns auf die Spiele gegen diese Top-Mannschaften», hält Lustrinelli fest.

Die Leistungsdichte bei einer U-21-EM ist traditionell stark einzustufen, da wesentlich weniger Mannschaften an der Endrunde teilnehmen als dies bei den Aktiven der Fall ist. Obwohl dieses Jahr nun 16 Teams statt zuvor 12 mitmachen, kommt es zu einigen hochkarätigen Begegnungen. Die Schweiz trifft in der Vorrunde zunächst auf England, dann auf Kroatien und abschliessend auf Portugal. Nimmt man den Marktwert der jeweiligen Kader (England = 315 Mio. Euro, Portugal = 180 Mio. Euro, Kroatien = 77 Mio. Euro, Schweiz = 49 Mio. Euro) als Massstab ist die Schweiz klarer Aussenseiter. Den Auftakt macht die U21-Nati gegen Gruppenfavorit England am Donnerstag, 25. März um 15 Uhr.

Fayulu und Rieder erstmals bei der U-21

Lustrinelli bezeichnete bereits zu Beginn der EM-Qualifikation das Ziel, sich für die Endrunde zu qualifizieren und dort zu überzeugen als «Mission 21». Bei dieser Mission neu mit dabei sind Timothy Fayulu und Fabian Rieder. Goalie Fayulu verlor zwar nach der Entlassung von Fabio Grosso zuletzt seinen Posten im Sion-Kasten, konnte aber vorher eine halbe Saison lang Spielpraxis in der Super League sammeln. Der gebürtige Genfer stand 2019 und 2020 bereits mehrfach im Aufgebot der kongolesischen A-Nationalmannschaft, kam jedoch nie zu einem Einsatz und ist somit weiterhin für die Schweiz spielberechtigt.

YB-Mittelfeldakteur Rieder schaffte in dieser Saison trotz grossem Konkurrenzkampf den Sprung in die erste Mannschaft bei den Bernern und soll nun auch bei der U-21 nicht nur als Kaderauffüller dienen. Der einstige YB-Stürmer Lustrinelli betont, dass bei dem strengen Vorrunden-Programm von 3 Spielen innert 6 Tagen jeder Spieler gebraucht werde, so auch Rieder.

Omeragic bei A-Nati

Nicht ganz einfach ist es für Lustrinelli, den Spagat mit der A-Nationalmannschaft hinzubekommen. Spieler wie Lotomba oder Okafor konnten bereits Erfahrungen im Schweizer Fanionteam sammeln, stehen jetzt aber im Aufgebot für die U21-EM. Lustrinelli betont, dass man im ständigen Austausch mit Vladimir Petkovic sei, stellt aber auch klar, dass die A-Nati «immer Priorität habe».

Während Nizza-Söldner Lotomba in der Mannschaft von Lustrinelli als Leader vorangehen soll, fehlt FCZ-Shootingstar Becir Omeragic im Aufgebot für die Spiele in Slowenien. Der Innenverteidiger wird im Kader von Petkovic für die kommenden Partien der A-Nati gegen Bulgarien, Litauen und Finnland erwartet.

Das Aufgebot der U21

  • Goalies: Fayulu (Sion), Köhn (Wil), Racioppi (Dijon)

  • Verteidigung: Bamert (Sion), Lotomba (Nizza), Muheim (St. Gallen), Stergiou (St. Gallen), Sidler (Luzern), Van der Werff (Basel), Zesiger (YB)

  • Mittelfeld: Domgjoni (FCZ), Imeri (Servette), Jankewitz (Southampton), Mambimbi (YB), Rieder (YB), Sohm (Parma), Toma (Genk), Ndoye (Nizza), Okafor (Salzburg), Pusic (GC)

  • Angriff: Zeqiri (Brighton), Stojilkovic (Aarau), Guillemenot (St. Gallen)

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