Mohamed Mahmoud: Dieser Österreicher ist ein IS-Mitbegründer

Aktualisiert

Mohamed MahmoudDieser Österreicher ist ein IS-Mitbegründer

Der verurteilte Wiener Terrorist Mohamed Machmoud hatte grossen Einfluss bei der Gründung des «Islamischen Staates». Auch jetzt soll er bei der Terrormiliz eine hohe Position bekleiden.

von
woz
Mohamed Mahmoud nennt sich  Abu Usama Al-Gharib.

Mohamed Mahmoud nennt sich Abu Usama Al-Gharib.

Der in Wien geborene Mohamed Mahmoud war in Österreich als Hassprediger bekannt. Oft wurde er belächelt, als Schwätzer und Wichtigtuer bezeichnet. Doch die Österreicher hatten ihn offenbar unterschätzt. «Mohammed Mahmoud ist eine enorm wichtige Figur. Man sollte sich nicht täuschen lassen von seinen etwas lächerlich wirkenden Auftritten im Internet», zitiert der «Kurier» den deutschen Dschihadismus-Experten Guido Steinberg.

Wie es in einem Buch von Islam-Kenner Behnam Said heisst, machte Mahmoud unter dem Namen Abu Usama Al-Gharib beim «Islamischen Staat» Karriere - er soll sogar ein Mitbegründer des IS sein.

Mahmoud gründete erste Dschihad-Bewegung Europas

Mahmoud verbreitete im Internet Propaganda von Al Kaida und geriet ins Visier der Justiz. Als er 2007 in einem Video gedroht hatte, Anschläge in Deutschland und Österreich zu verüben, wurde er verhaftet und verurteilt.

Nachdem er seine Strafe abgesessen hatte, zog es Mahmoud nach Deutschland, wo er die «Millatu Ibrahim»-Sekte gründete - die erste Dschihad-Bewegung in Europa, so Peter Neumann vom International Centre for the Study of Radicalisation (ICSR) in London.

Dank Gefangenentausch aus türkischer Haft entlassen

Die deutschen Behörden hatten die Gruppe 2012 verboten. Mahmoud zog weiter Richtung Osten. Anfang Februar 2014 tauchte sein Kampfname Abu Osama al-Gahrib auf einem wichtigem Dokument des Dschihad auf. Darin haben 20 Top-Propagandisten zur Unterstützung des IS aufgerufen. Danach schlossen sich reihenweise Kämpfer aus Europa der Bewegung an.

Zum Zeitpunkt des Aufrufs sass Mahmoud in der Türkei in Haft. Via Skype konnte er mit Verbündeten kommunizieren. Beim Gefangenenaustausch mit der Türkei kam er nach einem Jahr Haft am 19. August unter Auflagen auf freien Fuss, berichtete «Spiegel online». Ein Fehler, findet Steinberg. Die Freilassung sei «vollkommen verantwortungslos» gewesen.

Hochzeit mit Ideologin

Doch statt sich regelmässig bei der Polizei zu melden, verschwand Mahmoud. Zurzeit dürfte er sich in Rakka aufhalten. Dort heiratete er kürzlich eine der wichtigsten islamistischen Ideologinnen. Dies wertet der «Kurier» als weiteres Zeichen für seinen Aufstieg. Welche Position er beim IS innehat, ist aber nicht bekannt.

«Spiegel TV» berichtete bereits 2012 über Mohamed Mahmoud

Deine Meinung