Identität gelüftet: Dieser Pilot starb im SpaceShipTwo
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Identität gelüftetDieser Pilot starb im SpaceShipTwo

Beim Piloten, der beim Absturz des Raumflugzeugs in der Mojave-Wüste das Leben verlor, handelt es sich um den 39-jährigen Michael Alsbury. Er hinterlässt zwei Kinder.

von
lüs

Die Behörden haben den Toten, der nach dem Absturz des SpaceShipTwo gefunden wurde, offiziell als den 39-jährigen Michael Tyner Alsbury identifiziert. Er stammt aus dem unweit des Unfalls befindlichen Ort Tehachapi.

Alsbury hatte für die Firma Scaled Composites gearbeitet, die das Raumflugzeug für Virgin Galactic entwickelt hatte. Laut «Daily Mail» hinterlässt Alsbury zwei Kinder. Der britischen Zeitung sagte seine Witwe Michelle Saling: «Ich habe die Liebe meines Lebens verloren. Es ist die Hölle.»

Verletzter Pilot bei Bewusstsein

Bei dem zweiten Piloten, der es geschafft hatte, sich per Fallschirm zu retten, handelte es sich nach Angaben des Sheriffs von Kern County, Donny Youngblood, um den 43-jährigen Peter Siebold. Er wurde am Samstag operiert. Über seinen Zustand machte Youngblood keine Angaben. Sein Arbeitgeber – ebenfalls Scale Composites – teilte am Samstag jedoch mit, Siebold befinde sich bei Bewusstsein und spreche mit seiner Familie und Ärzten.

Dieses Werbevideo von Virgin Galactic zeigt Alsbury vor einem früheren Testflug:

In diesem BBC-Beitrag spricht der überlebende Pilot Peter Siebold über seinen Job:

Branson: «Sicherheit hatte oberste Priorität»

Der Absturz soll von der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB untersucht werden. Sicherheit habe bei dem Programm immer oberste Priorität gehabt, sagte Virgin-Galactic-Chef Richard Branson. «Wir werden das Unterfangen nicht blind vorantreiben.» Während er auf Details zum Unglück nicht eingehen wollte, riet der Firmengründer von Spekulationen ab. «Um ehrlich zu sein, finde ich es etwas unverantwortlich, dass ahnungslose Leute Dinge sagen, bevor sich die NTSB zum Unfall geäussert hat.»

Der Fotograf Ken Brown hatte beobachtet, wie SpaceShipTwo in der Luft explodiert sei, nachdem es von dem Trägerflugzeug ausgeklinkt worden sei, das es in grosse Höhe gebracht habe. Der Zwischenfall war bereits der zweite Rückschlag für die kommerzielle Raumfahrt binnen weniger Tage. Erst am Dienstag war eine unbemannte Versorgungsrakete deramerikanischen Betreiberfirma Orbital Sciences kurz nach dem Start zur Internationalen Raumstation ISS explodiert.

55. Flug des SpaceShipTwo

Es war auch nicht der erste Unfall mit einem SpaceShipTwo. Bei einer Explosion beim Test eines Raketenmotors im Mojave Space Port kamen 2007 drei Arbeiter ums Leben, drei weitere Techniker wurden verletzt. Der Flug am Freitag war der 55. von SpaceShipTwo, allerdings erst der vierte, bei dem kurz ein eigener Raketenantrieb gezündet wurde. (lüs/sda)

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