Feuerroter Tintenfisch: Dieser Pilz verschlägt einem den Atem
Aktualisiert

Feuerroter TintenfischDieser Pilz verschlägt einem den Atem

Leser-Reporter Sebastian Jungo hat einen ungewöhnlichen Pilz entdeckt: einen feuerroten, stinkenden Tintenfischpilz auf einer Wiese bei Schwyberg FR. Der Gitterling ist eigentlich in Australien heimisch.

von
dwi

Was für ein Fund! Sebastian Jungo will gerade in einem Wald bei Schwyberg (FR) nach Pilzen suchen, als es ihm beinahe den Atem verschlägt: Auf einer offenen Wiese neben dem Wald wächst ein feuerroter, mit dunklen Sprenkeln übersäter Pilz. Der Kenner Jungo weiss: «Das muss ein Tintenfischpilz sein.» Dass sich der australische Gitterling auch in der Schweiz niedergelassen hat, ist dem 21-Jährigen bekannt. «Aber auf einer Höhe von 1600 Metern? Ich dachte, das sei ein Tropenpilz.»

Der Verbreitungsatlas der Pilze in der Schweiz gibt Jungo recht: Der Tintenfischpilz ist bis jetzt hauptsächlich unter 600 M. ü. M. entdeckt worden. Doch der höchstgelegene registrierte Fundort zeigt: Auch auf 1800 Metern gedieh schon einmal ein Tintenfischpilz. Mit dem wärmer werdenden Klima gesellt sich der eigentlich in Australien und Neuseeland heimische Pilz langsam zur hiesigen Flora.

Aus Australien eingeschleppt

Der rote Pilz wurde im frühen 20. Jahrhundert mit Material- oder Militärtransporten nach Europa eingeschleppt. 1942 wurde er erstmals im Kanton Aargau registriert. Das kuriose Gewächs ist ungiftig, aber nicht für den Verzehr geeignet. Auf die Idee, den Gitterling kochen zu wollen, wird aber ohnehin niemand kommen: Der Pilz stinkt gewaltig. «Ich wollte einen Teil abschneiden», erzählt Jungo. «Aber als ich in den Pilz stach, verströmte dieser einen so grässlichen Aas-Geruch, dass ich mich schleunigst davongemacht habe.»

Jungos spezieller Pilzfund ist der zweite innert weniger Tage: Letzten Donnerstag hat der Obwaldner Bojan Rzic einen gigantischen Steinpilz gefunden. In Glaubenberg entdeckte er mit seinem Sohn zusammen einen eineinhalb Kilo schweren, kerngesunden Steinpilz. «Wir gehen oft zusammen pilzen, aber so etwas haben wir noch nie gesehen», erzählte sein Sohn. Das Monster-Gewächs wurde anschliessend von Mama Rzic zubereitet. «Wir mussten einen Teil einfrieren, der Pilz ist so gross.»

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