Pressestimmen: «Dieser Pott macht ihn zum Tennis-Gott»
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Pressestimmen«Dieser Pott macht ihn zum Tennis-Gott»

Gestern schrieb Roger Federer Sportgeschichte. Dementsprechend enthusiastisch zeigten sich Medienschaffende im In- und Ausland. Dabei stand eine entscheidende Frage im Mittelpunkt des Lobgesangs auf Federers Tenniskünste.

Ist Roger Federer der beste Tennisspieler aller Zeiten? Während amerikanische Zeitungen, etwas schockiert von der Tatsache, dass der Grand-Slam-Rekord «ihres» Pete Sampras bereits nach so kurzer Zeit eingestellt wurde, sich bei der finalen Krönung Federers vorsichtig zeigten, legte die europäische Presse fast jegliche Zurückhaltung ab.

Vorsichtige Amerikaner

«The Greatest?» (der Grösste?) fragt die «New York Times». Auf eine eindeutige Antwort wird verzichtet: «In der unvermeidbaren vielleicht aber unlösbaren Debatte, wer es verdient, als grösster Spieler aller Zeiten angesehen zu werden, spricht nun einiges für Federer.»

Amerikaner lieben Comeback-Stories. Auf dieser Welle reitet auch der Artikel in der «L.A. Times», wo genüsslich bis ins letzte Detail nochmals aufgerollt wird, welche Niederlagen Roger Federer in der letzten Zeit, aber auch in den letzten Jahren im Finale von Roland Garros, wegstecken musste. Umso pathetischer dann der Schlusssatz: «Er fuhr nicht nur als neuer König von Paris, sondern auch als Mann nach Hause, der den Wert einer langen Wartezeit wirklich zu schätzen weiss.»

England bezieht Stellung

Schnörkelloser bestellt die «Times» aus London das Feld: «Federer ist der beste Spieler aller Zeiten». Und: «Es besteht kein Zweifel, wer der grösste Spieler aller Zeit ist. Ende der Diskussion.» Der «Guardian» unterstellt zwar allen Tennisliebhabern zu erkennen, dass der Schweizer der Beste sei, der dieses Spiel je gespielt habe, fügt aber an: «Um den Diskussionen ein Ende zu setzen, muss er Sampras' Rekord brechen.»

Frankreich für einmal Englands Meinung

«Die Sportgeschichte des Jahres fand in drei Akten statt, in drei Sätzen», beginnt «Le Monde» feierlich. «Die Sportgeschichte des Jahres war es zu sehen, wie Roger Federer zum ersten Mal den Coupe des Mousquetaires in die Höhe stemmt.» Und Söderlings Kompliment an Roger am Ende des Spiels, er sei der Beste, den es je gab, kommentierte das Blatt von Welt: «Damit sprach Söderling aus, was das gesamte Publikum im Stadion Philippe Chatrier dachte. Ja, Roger Federer ist ohne Zweifel der beste Spieler der modernen Tennisgeschichte.»

(tog)

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