Abholmarkt-Kette Prodega: «Dieser Preisaufschlag für Handschuhe ist Ausbeutung von Wirten»
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Abholmarkt-Kette Prodega«Dieser Preisaufschlag für Handschuhe ist Ausbeutung von Wirten»

Ein Luzerner Wirt ärgert sich grün und blau über den Preisaufschlag von Nitril-Einweghandschuhen von Prodega. Vor der Corona-Krise hätte ein Paket mit 100 Paaren an die neun Franken gekostet, jetzt sind es 14.95. Damit nütze die Coop-Tochter die Situation aus, kritisiert der Wirt.

von
Daniela Gigor
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Die Wirte tragen in der Küche aus hygienischen Gründen Einweghandschuhe.

Die Wirte tragen in der Küche aus hygienischen Gründen Einweghandschuhe.

Nun kosten diese seit dem Lockdown 14.95 Franken, wie dem aktuellen Prospekt der Prodega zu entnehmen ist.

Nun kosten diese seit dem Lockdown 14.95 Franken, wie dem aktuellen Prospekt der Prodega zu entnehmen ist.

Prodega
Nun ärgert sich ein Luzerner Wirt über den gestiegenen Preis. Vor der Korona-Krise kostete ein Paket 9.65 Franken.

Nun ärgert sich ein Luzerner Wirt über den gestiegenen Preis. Vor der Korona-Krise kostete ein Paket 9.65 Franken.

Darum gehts

  • Einem Luzerner Wirt stösst es sauer auf, dass ein Paket Nitril-Einweghandschuhen von Prodega von 9.65 auf 14.95 Franken aufgeschlagen haben.
  • «Das ist einfach frech, die Situation wird ausgenützt und die Kunden ausgebeutet», sagt der Wirt.
  • «Wir mussten den Preis der Einweghandschuhe aufgrund des gestiegenen Einkaufspreises erhöhen», sagt die Mediensprecherin der Prodega.
  • Prodega biete aber auch alternative Einweghandschuhe an, so etwa die Vinyl-Einweghandschuhe zum Preis von 8.35 Franken.

Bei vielen beruflichen Tätigkeiten gehört das Tragen von Einweghandschuhen nach dem Lockdown zum Alltag, wie etwa im Gastgewerbe. Diese werden von den Restaurantbetreibern oft bei der Abholmarkt-Kette Prodega gekauft. Bis anhin machte dies auch ein Wirt aus Luzern. Nun ist er stinksauer: Bevor der Lockdown gekommen sei, habe ein Paket der Quality Einweghandschuhe Nitril bei Prodega rund neun Franken gekostet und nun plötzlich 14.95. «Das ist einfach frech, die Situation wird ausgenützt und die Kunden ausgebeutet», sagt der Wirt*, der anonym bleiben möchte.

Laut seinen Angaben werde in seinem Betrieb freiwillig mit den Einweghandschuhen gearbeitet. Er benötige im Monat etwa an die zehn Pakete mit jeweils 100 Stück. «Dieser Preisaufschlag geht gar nicht, nur weil jetzt diese Handschuhe vermehrt benötigt werden», sagt der Wirt weiter. Den Preisaufschlag habe er entdeckt, als er eine Bestellung machen wollte: «Als ich diesen Preis sah, liess ich die Bestellung sein».

Prodega begründet den Aufschlag mit gestiegenen Einkaufspreisen

Wie die Medienstelle von Prodega auf Anfrage schrieb, kostete ein Paket der Einweghandschuhe vor Corona 9.65 Franken. Christine Strahm-Marti, Prodega-Sprecherin sagt, warum diese Handschuhe jetzt so viel mehr kosten: «Wir mussten den Preis der Einweghandschuhe aufgrund des gestiegenen Einkaufspreises erhöhen.» Prodega biete aber auch alternative Einweghandschuhe an, so etwa die Vinyl-Einweghandschuhe zum Preis von 8.35 Franken.

Prodega/Growa CC gehört zur Transgourmet Holding und ist damit im Bestitz von Coop. Die Abholmarkt-Kette ist Marktführerin im Grosshandelsmarkt. Einkaufen können bei der Prodega ausschliesslich Gastro-Betriebe und der Detailhandel, wie Wikipedia schreibt.

Eine einfache Lösung für das Problem des Wirten schlägt Ruedi Stöckli, Präsident von Gastro Luzern vor: «Weil nun alle zu viele von diesen Produkten eingekauft haben, gibt es viele Aktionen und er kann dort günstigere Handschuhen einkaufen.»

*Name der Redaktion bekannt

Deine Meinung

52 Kommentare
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Grufti_ch

24.06.2020, 08:59

Angebot und Nachfrage! Schon mal davon gehört?

Realistiker_000

24.06.2020, 08:53

Es zwingt ja niemand die Wirte, ihre Verbrauchsgegenstände bei den überteuerten Grossisten zu kaufen. Geht für Schürzen, Servietten, Handschuhe etc. das nächste mal lieber gleich zum Discounter oder bestellt euch das Zeug in China (wie der Grossist). Es wird euch auch niemand lynchen wenn ihr M-Budget oder Prix-Garantie Einweg-Produkte verwendet.

Realistiker

24.06.2020, 08:53

Es zwingt ja niemand die Wirte, ihre Verbrauchsgegenstände bei den überteuerten Grossisten zu kaufen. Geht für Schürzen, Servietten, Handschuhe etc. das nächste mal lieber gleich zum Discounter oder bestellt euch das Zeug in China (wie der Grossist). Es wird euch auch niemand lynchen wenn ihr M-Budget oder Prix-Garantie Einweg-Produkte verwendet.