«Trolljäger»: Dieser Schwede entlarvt Internet-Pöbler
Aktualisiert

«Trolljäger»Dieser Schwede entlarvt Internet-Pöbler

Trolle sind Menschen, die andere im Internet stören und grundlos anpöbeln. In Schweden werden Internet-Unholde nun an den TV-Pranger gestellt.

von
pst
Der schwedische Fernsehjournalist Robert Aschberg verfolgt erfolgreich Internet-Trolle.

Der schwedische Fernsehjournalist Robert Aschberg verfolgt erfolgreich Internet-Trolle.

Der schwedische TV-Journalist Robert Aschberg ist eines der bekanntesten Fernsehgesichter im skandinavischen Königreich. Auf der Mattscheibe steht er für Recht und Gerechtigkeit ein: So hat er unter anderem schon korrupte Politiker oder Stalker überführt, wie das Magazin Stern schreibt. Seit letztem Jahr macht Aschberg vor laufender Kamera Jagd auf Internet-Trolle. Auf Menschen also, die online nichts Besseres zu tun haben, als andere Nutzer grundlos verbal anzugreifen, zu demütigen oder deren Kommunikation mit anderen zu stören.

Da Trolle ihre Kommentare in den meisten Fällen anonym abgeben, ist es ziemlich schwierig, herauszufinden, wer hinter den gemeinen Verbal-Attacken steckt. Als gestandener Journalist gelingt Aschberg aber genau das. Er heftet sich im Internet sozusagen an die digitalen Fersen der Online-Pöbler, macht sie ausfindig und stellt sie vor laufender Kamera für seine Sendung «Trolljäger» zur Rede.

Trolle sollen ihre Taten gestehen

Dabei sind ihm schon besonders schwere Fälle ins Netz gegangen. Aschbergs Ziel: Die überführten Trolle dazu zu bringen, ihre Online-Schandtaten zuzugeben. Das gelingt allerdings nicht immer. Manche Überführte bleiben stur und leugnen standhaft, sich des Trollings schuldig gemacht zu haben (siehe Video).

In Schweden sorgt die Sendung für viel Aufsehen, und die Reaktionen im Netz sind gespalten. Da im skandinavischen Land das Recht auf freie Meinungsäusserung stärker als das auf Persönlichkeitsschutz gewertet wird, erntet der Fernsehmann nicht nur Lob für seine Recherchen. Allerdings geht es Aschberg mit seiner Sendung weniger darum, die Trolle blosszustellen und ihnen eins auszuwischen. Vielmehr will der Trolljäger auf die Problematik von Cybermobbing und Internet-Hetze aufmerksam machen.

«Trolling» hat eigentlich nichts mit Trollen zu tun

Zwar ist es mittlerweile bereits gang und gäbe, in der Berichterstattung über Trolling in darauf bezogenen Bildern den aus der Mythologie bekannten Troll darzustellen. Eigentlich leitet sich das Wort «Trolling» aber vom Englischen «trolling with bait», einer bestimmten Angel-Technik mit einer Schleppangel, ab. In der Netzkultur hat das Wort durch die Analogie zu dem metaphorischen «Ködern» der anderen Diskussionsteilnehmer Eingang gefunden. (pst)

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