Der Stromer Korando e-Motion soll Ssangyong beleben
Ein geschlossenes Panel anstelle des Kühlergrills und blaue Akzente heben die Elektrovariante optisch ab.

Ein geschlossenes Panel anstelle des Kühlergrills und blaue Akzente heben die Elektrovariante optisch ab.

SsangYong
Publiziert

Korando e-MotionDieser Stromer soll SsangYong beleben

Die Zukunft des koreanischen SUV-Herstellers scheint vorerst gesichert zu sein. Nun steht die Lancierung des ersten Elektromodells vor der Tür.

von
Dave Schneider

Der koreanische Autohersteller SsangYong kämpft, seit es ihn gibt. Bereits 2009 war der SUV-Hersteller zahlungsunfähig und wurde von der indischen Mahindra-Gruppe gerettet, die aber nach einer Reihe negativer Jahresergebnisse und hohen Verlusten die 75-Prozent-Mehrheit bereits wieder verkaufen wollte. Nachdem SsangYong einen Bankkredit, der Mitte Dezember 2020 fällig gewesen wäre, nicht bedienen konnte, wurde im April das Insolvenzverfahren über dem Autohersteller eröffnet.

Der rettende Stromschlag?

Der stark angeschlagene Hersteller schickte bereits die Hälfte der gesamten Belegschaft für zwei Jahre in den Urlaub – und zwar unbezahlt. Doch nun zeichnet sich ein Licht am Ende des Tunnels ab: Vergangene Woche wurde bekannt, dass SsangYong einem Verkauf an den ebenfalls koreanischen Elektrobus-Hersteller Edison Motors zugestimmt hat – der Deal, der SsangYong ein weiteres Mal retten könnte, muss aber noch vom Seoul Bankruptcy Court genehmigt werden. Und auch an der Produkte-Front gibt es endlich mal wieder ein Lebenszeichen: Mit dem Korando e-Motion wurde nun das erste Elektromodell der Marke vorgestellt.

Der Korando e-Motion soll bereits Anfang 2022 auf den Markt kommen. Der batterieelektrische Kompakt-SUV wird von einem 140 kW (190 PS) starken Aggregat angetrieben und ist mit einem Akku mit 61,5 kWh Kapazität ausgestattet – damit soll der Korando immerhin 339 Kilometer weit kommen. Über die Ladeleistung sind noch keine genauen Daten bekannt, nur so viel lässt der Hersteller verlauten: Am CCS-Schnelllader soll die Batterie in 33 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen werden können. Das entspricht einer durchschnittlichen Ladeleistung von ungefähr 67 kW.

Mit einer Batterieladung soll der erste Stromer des koreanischen SUV-Herstellers 339 Kilometer weit kommen. 

Mit einer Batterieladung soll der erste Stromer des koreanischen SUV-Herstellers 339 Kilometer weit kommen.

SsangYong
Der Innenraum unterscheidet sich kaum von der Version mit Verbrennungsmotor.  

Der Innenraum unterscheidet sich kaum von der Version mit Verbrennungsmotor.

SsangYong
Ob der erste Stromer der Marke wie ein Defibrillator auf den maroden Hersteller wirkt, bleibt abzuwarten.

Ob der erste Stromer der Marke wie ein Defibrillator auf den maroden Hersteller wirkt, bleibt abzuwarten.

SsangYong

Als erstes Modell in der Markengeschichte wird der Korando e-Motion zuerst in Europa auf den Markt kommen. Äusserlich unterscheidet er sich nur marginal vom Korando mit Verbrennungsmotor: Eine geschlossene Kühlermaske und blaue Zierstreifen in den Scheinwerfern deuten auf den Elektroantrieb hin. Ein Preis wurde noch nicht kommuniziert – auf der Webseite des Schweizer Importeurs ist der Stromer noch nicht ausgeschrieben. Da der Korando mit Verbrennungsmotor ab 27'990 Franken zu haben ist, dürfte die Elektrovariante vermutlich über 30'000 Franken starten.

Ob der Stromer wie ein Defibrillator auf SsangYong wirkt, bleibt abzuwarten – für frischen Schwung in den Verkaufszahlen dürfte das neue Modell aber auf jeden Fall sorgen. Und die hat SsangYong auch dringend nötig: In den ersten elf Monaten 2021 verkauften die Koreaner in der Schweiz gerade mal 27 Autos. Da ist noch viel Luft nach oben.

My 20 Minuten

Deine Meinung

9 Kommentare