Zoo Basel - Dieser Teufel überlässt seine Jungen nach dem Schlüpfen ihrem Schicksal
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Zoo BaselDieser Teufel überlässt seine Jungen nach dem Schlüpfen ihrem Schicksal

Im Zoo Basel leben mit den Schlammteufeln in Zoos selten gehaltene Amphibien. Ungewöhnlich für die Tiere ist, dass sich die Männchen um die Eier kümmern, allerdings nur, bis diese schlüpfen.

von
Seline Bietenhard
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Eine selten in Zoos gehaltene Amphibienart lebt seit 2018 im Basler Zoo – und erhielt kürzlich ein neues Becken.

Eine selten in Zoos gehaltene Amphibienart lebt seit 2018 im Basler Zoo – und erhielt kürzlich ein neues Becken.

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Die Amphibien leben im Zolli in drei Becken, die den natürlichen Lebensraum der Tiere simulieren sollen.

Die Amphibien leben im Zolli in drei Becken, die den natürlichen Lebensraum der Tiere simulieren sollen.

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Der Schlammteufel, der zu der Familie der Riesensalamander gehört, ist in den USA in den Bächen der Appalachen auf etwa 840 Metern über Meer zuhause.

Der Schlammteufel, der zu der Familie der Riesensalamander gehört, ist in den USA in den Bächen der Appalachen auf etwa 840 Metern über Meer zuhause.

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Im Zolli leben mit den Schlammteufeln in Zoos selten gehaltene Amphibien. Der 70 Zentimeter grosse Schlammteufel ist nachtaktiv und lebt als Einzelgänger. Nur während der Paarungszeit, die von Mitte September bis Mitte Oktober dauert, bauen die Männchen Höhlen unter Steinen und locken Weibchen an. Sobald ein Weibchen in der Höhle ist, wird es am Verlassen gehindert, bis es Eier legt. Danach bewacht das Männchen die Eier, bis die Larven schlüpfen. Nach dem Schlüpfen hört das Verteidigungsverhalten des Männchens auf und es überlässt die Larven ihrem Schicksal. Die Amphibien sind jedoch langlebig und können über 55 Jahre alt werden.

Der Schlammteufel gehört zu der Familie der Riesensalamander und ist in den USA in den Bächen der Appalachen auf etwa 840 Metern über Meer zuhause. Der Schlammteufel, auch «Hellbender» genannt, bevorzugt sauerstoffreiches, leicht saures Wasser zwischen 10 und 23 Grad Celsius. Auf seinem Speiseplan stehen Flusskrebse, Insekten, Fische und andere Amphibien.

Potenziell gefährdete Tiere

Der Schlammteufel gilt, laut der International Union for Conservation of Nature, als potenziell gefährdet und regional gibt es gar bedrohte Populationen. Mittels Züchtungen aus amerikanischen Zoos können die Tiere wieder angesiedelt werden. Ausserhalb der USA werden die Schlammteufel zurzeit nur im Tierpark Chemnitz gehalten, der auf Amphibien spezialisiert ist. 2018 gelang es dem Zoo Basel jedoch, dank guter Kontakte zu Zoos in Amerika, sechs der Tiere zu erwerben.

Die Anlage der Schlammteufel im Zolli soll den natürlichen Lebensraum, einen Bach aus den Appalachen, darstellen. Drei hintereinanderliegende Becken sorgen dafür, dass das Wasser über Höhenunterschiede fliessen kann, wo es dann am Ende wird es über eine Filteranlage gereinigt und neu aufbereitet wird. Das linke und rechte Becken dienen vor allem dazu, den Schlammteufel in seinem natürlichen Lebensraum zu zeigen: einen Bergbach mit überhängendem Uferbereich.

Die Schlammteufel halten sich tagsüber gerne in Höhlen und Spalten auf. Das mittlere Becken ist in vier weitere Becken unterteilt, wobei nur das vorderste für Besucher einsehbar ist. Die anderen Becken sollen vorwiegend als Zuchtanlage dienen. Ein Männchen kann dort eine Höhle anlegen und von den Weibchen aus den benachbarten Becken Besuch empfangen.

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