Jugendliche quälen Wildtiere: «Dieser Umgang mit einem Tier ist äusserst widerwärtig»

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Jugendliche quälen Wildtiere«Dieser Umgang mit einem Tier ist äusserst widerwärtig»

Das Verhalten einer Gruppe Basler Jugendlicher entsetzt Experten: Wenn Wildtiere so brutal und würdelos behandelt würden, sei dies ganz klar Tierquälerei – und somit strafbar. Die Täterschaft werde nun angezeigt.

von
Céline Krapf

Dieses Video wurde am Wochenende via Social Media publiziert.

Instagram

Darum gehts

  • Ein Video auf Social Media zeigt, wie eine Gruppe Jugendlicher eine Ente und einen Fisch respektlos behandeln.
  • Die Instagram-Story löst bei Tierrechts-Experten grosse Empörung aus – dieses Verhalten sei Tierquälerei.
  • Die Stiftung Tier im Recht will Anzeige erstatten.

«Dieser Umgang mit einem Tier ist äusserst widerwärtig», sagt Samuel Furrer, Zoologe und Leiter Fachstelle Wildtiere beim Schweizer Tierschutz. «Dieses Verhalten ist tierverachtend und tierquälerisch.»

Das Video einer Gruppe Basler Jugendlichen stösst beim Experten auf Entsetzen. Darauf küsst ein junger Mann einen Fisch und es wird Bier über das Tier geleert, während die Zuschauer im Hintergrund lachen. «Hier versuchen wohl Jugendliche Mut zu demonstrieren, indem sie eine Barbe küssen. Das ist pubertäre Dummheit und einfach völlig idiotisch», sagt Furrer. «Man kann nicht feststellen, ob die Barbe zu diesem Zeitpunkt schon tot war. Jedoch macht dies auch keinen grossen Unterschied, im Hinblick auf die Aussage des Videos.»

Weiter ist im Video zu sehen, wie eine Ente am Hals gepackt und in die Höhe gehalten wird. «Ist das Tier noch lebendig, kann es sich so tödliche Verletzungen zuziehen», sagt Furrer. Grundsätzlich sei das definitiv nicht eine Art, wie man eine Ente halten sollte. «Tiere derartig mutwillig in Angst und Panik zu versetzen, ist gesetzlich verboten und strafbar.»

«Kein Kavaliersdelikt»

Auch Caroline Mulle, rechtswissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung für das Tier im Recht ist entsetzt. «Es ist ein erschreckendes Video», sagt sie auf Anfrage von 20 Minuten. «Das Quälen von Tieren ist kein
Kavaliersdelikt, sondern kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe
gebüsst werden.»

Tierschutzverstösse seien sogenannte Offizialdelikte: Die Behörden seien verpflichtet, diese von Amtes wegen zu verfolgen. «Die Leute bagatellisieren die Gewalt gegen Tiere und halten Social-Media-Plattformen offenbar für einen rechtsfreien Raum», sagt Mulle. Dem sei aber nicht so: «Wir werden das Video den Strafbehörden übergeben und Anzeige erstatten.»

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