Aktualisiert 29.03.2020 16:00

Ostschweiz

Dieser Vogel spiesst seine Beute auf Dornen auf

Der Neuntöter gilt als gefährdete Vogelart. Im Appenzellerland sind bisher nur rund 20 Brutpaare bekannt. Durch gezielte Massnahmen sollen es nun mehr werden.

von
taw
1 / 4
Fertiggestellte und bepflanzte Gehölzinsel. Bis der Neuntöter in die Dornengruppe einziehen kann ist noch etwas Geduld gefragt.

Fertiggestellte und bepflanzte Gehölzinsel. Bis der Neuntöter in die Dornengruppe einziehen kann ist noch etwas Geduld gefragt.

ARNAL AG
Bepflanzung der Dorneninsel durch den Verein Mensch-Natur.

Bepflanzung der Dorneninsel durch den Verein Mensch-Natur.

ARNAL AG
Neuntötermännchen auf einem Dornenbusch.

Neuntötermännchen auf einem Dornenbusch.

H. Aeschlimann

Pünktlich vor der Rückkehr des Neuntöters aus dem Süden wird Ende März im Gebiet Herren in Oberegg AI eine Weide speziell für diese gefährdete Vogelart hergerichtet. Es werden Heckenpflanzen wie Hagebutte, Weiss- und Schwarzdorn in Gebüschgruppen entlang des Bewirtschaftungswegs und als Dorneninsel gepflanzt, wie der Kanton Appenzell Innerrhoden in einer Mitteilung schreibt. Der Standort sei ideal und biete einen Lebensraum, genau wie ihn der Neuntöter schätzt.

Der Neuntöter – von BirdLife Schweiz zum Vogel des Jahrs 2020 erkoren – ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer

Vogel. Er ist der einzige Vertreter aus der Familie der Würger, der in der Schweiz noch zu den heimischen Brutvögeln gezählt werden darf. Im Appenzellerland sind bisher nur rund 20 Brutpaare bekannt, unter anderem in den Gebieten Wasserhalten (Appenzell), Honegg (Oberegg), Schwizeren und Ebeli (Urnäsch) sowie im Birkenfeld (Walzenhausen). Umso wichtiger ist es, ihm mit Artenförderungsmassnahmen «unter die Flügel zu greifen», wie der Kanton schreibt.

Darum der Name

Der Neuntöter frisst Insekten wie Heugümper und Tagfalter, Spinnentiere, Reptilien oder auch mal einen Kleinsäuger oder einen kleinen Vogel. Sein Name hat ihm die Tatsache eingebracht, dass er seine Beuteinsekten gerne auf Dornen spiesst. Früher glaubte man, dass er immer neun Tiere aufspiesse, bevor er eines verzehre. Diese Eigenschaft dient jedoch vielmehr dem Anlegen eines «Notvorrats» bei gutem Nahrungsangebot. In Schlechtwetterperioden oder zur Versorgung der Jungvögel kann er darauf zurückgreifen. Die Anzahl der aufgespiessten Tiere variiert und ist vom Angebot abhängig; es müssen also nicht immer genau neun Tiere sein.

Aufruf

Möchten auch Sie mitwirken und den Neuntöter unterstützen? Bewirtschaften oder besitzen Sie eine möglicherweise geeignete Fläche im Appenzellerland, welche als Lebensraum für den

Neuntöter attraktiv gestaltet werden könnte? Dann melden Sie sich für ein unverbindliches Beratungsgespräch bei ARNAL, Büro für Natur und Landschaft AG, Regula Würth, Tel. 071 366 00 53 oder regula.wuerth@arnal.ch.

Fehler gefunden?Jetzt melden.