Schweizer Erfindung: Dieser WC-Deckel macht Corona-Viren unschädlich

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Schweizer ErfindungDieser WC-Deckel macht Corona-Viren unschädlich

Durch die WC-Spülung können Viren in die Luft gewirbelt werden und so möglicherweise Infektionen auslösen. Jetzt hat ein Schweizer einen Toilettensitz mit Corona-Filter entwickelt.

von
Barbara Scherer
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Ein Filter in diesem Toilettenring fängt Viren ein und macht sie unschädlich.

Ein Filter in diesem Toilettenring fängt Viren ein und macht sie unschädlich.

Belair Solutions
Das soll vor Ansteckung in der Corona-Pandemie schützen.

Das soll vor Ansteckung in der Corona-Pandemie schützen.

imago images/Westend61
Denn beim Spülen werden Viren aufgewirbelt und verteilen sich im ganzen Raum.

Denn beim Spülen werden Viren aufgewirbelt und verteilen sich im ganzen Raum.

imago images / Panthermedia

Darum gehts

  • Coronaviren können über WC-Spülungen im Raum verteilt werden.
  • Ein Schweizer hat nun einen WC-Sitz mit Filter entwickelt.
  • Dieser fängt Viren und schlechte Gerüche ein.

Der Sommer ist vorbei, und die Menschen verbringen wieder mehr Zeit in Innenräumen. Damit steigt jedoch die Ansteckungsgefahr in der Corona-Pandemie. Forscher empfehlen deshalb regelmässiges Lüften. Auf der Toilette ist das nicht immer möglich.

Doch gerade das WC könnte ein Viren-Hotspot sein. Das Problem ist die Spülung: Sie verteilt die Coronaviren in menschlichen Ausscheidungen in der Luft. Jetzt hat ein Schweizer die Lösung dafür gefunden: ein WC-Sitz mit Corona-Filter.

FFP2-Filter macht Viren unschädlich

Der neue WC-Deckel «Belair 3000» reinigt beim Gang auf die Toilette aktiv die Luft. «Im hinteren Teil des Rings befindet sich eine Lüftung mit Filter», sagt Raymond Lüdi zu 20 Minuten. Er ist der Gründer von Belair Solutions und hat den WC-Sitz erfunden.

Die Viren werden im Filter abgefangen und unschädlich gemacht: «Dadurch sind keine Viren mehr in der Luft, wenn gespült wird.» Besonders in öffentlichen Toiletten könnte der Deckel für mehr Sicherheit bieten.

Ursprünglich wurde ein Filter im Toilettenring eingebaut, um einen geruchlosen Gang aufs stille Örtchen zu ermöglichen. «Dafür verwenden wir einen Aktivkohlefilter», erklärt Lüdi. Dieser fange Bakterien und Viren bereits ab, garantiere aber keinen absoluten Schutz. Deshalb wurde der neue Filter mit einem FFP2-Filter ergänzt.

Spitäler und Altenheime sind interessiert

Der Corona-Filter sei zurzeit in Produktion. «Bereits haben wir ein paar Hundert verkauft», so Lüdi. Kunden seien vor allem Spitäler und Altenheime. Aber auch Unternehmen und Privatpersonen seien an dem WC-Sitz interessiert.

Ein Ring kostet zwischen 200 und 250 Franken und kommt mit einem Akku oder Netzanschluss. Der Corona-Filter kostet zusätzlich 48 Franken und muss nach rund vier Monaten gewechselt werden. Beim Wechseln bestehe aber keine Ansteckungsgefahr: «Der Filter ist so verbaut, dass man nicht in Kontakt mit dem FFP2-Filter kommt.»

Der WC-Deckel ist auch umweltfreundlich

Der lüftende WC-Deckel soll es ermöglichen, dass Toiletten gar nicht mehr entlüftet werden müssen. Das würde zu massiven Einsparungen bei den Bau- und Energiekosten führen. Denn gemäss Bundesamt für Energie verursacht ein permanent geöffnetes Kippfenster in der Schweiz rund 2,6 Kilogramm CO₂ pro verbranntem Liter Heizöl. Mit dem WC-Deckel können 0,52 Tonnen CO₂ pro Haushalt und Jahr verhindert werden.

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