22.11.2020 18:17

Trüllikon ZHDieser weisse Spatz lebt wohl weniger lang als seine Artgenossen

Eine Leser-Reporterin hat in ihrem Garten einen weissen Spatz beobachtet. Sie hofft, dass er wegen seiner fehlenden Tarnung nicht bald gefressen wird.

von
Thomas Mathis
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Auf diesem Foto posiert der weisse Spatz am Sonntag.

Auf diesem Foto posiert der weisse Spatz am Sonntag.

Leser-Reporterin
Die Leserin freut sich jedes Mal, wenn sie ihn sieht: «Ich hoffe, er wird nicht bald gefressen.»

Die Leserin freut sich jedes Mal, wenn sie ihn sieht: «Ich hoffe, er wird nicht bald gefressen.»

Leser-Reporterin

Darum gehts

  • Im Garten einer Leser-Reporterin lebt ein weisser Spatz.

  • Dabei handelt es sich um einen Gendefekt.

  • Seine Lebenserwartung ist geringer, weil er nicht getarnt ist.

Habe ich eine neue Vogelart im Garten? Das hat sich Leser-Reporterin Steffie Maggipinto aus Wildensbuch bei Trüllikon gefragt, als sie einen weissen Vogel erblickte. «Wir haben viele Spatzen ums Haus herum, aber dieser fällt sofort auf, weil er komplett weiss ist», erzählt die 42-Jährige. Zum ersten Mal hat sie ihn im Frühsommer gesehen, seither tauchte er immer wieder auf. Am Sonntag gelang es Maggipinto, ein Foto von ihm zu machen. «Er sitzt oft beim Nachbarn im Gebüsch. Es freut mich jedes Mal, wenn ich ihn sehe. Ich hoffe, er wird nicht bald gefressen, weil er sich nicht gut verstecken kann.»

Stefan Bachmann von Birdlife Schweiz bestätigt, dass es sich höchstwahrscheinlich um einen weissen Spatz handelt. «Der Vogel leidet am harmlosen Gendefekt Leuzismus, der verursacht, dass sich die Federn nicht färben», sagt der Experte. Das sei kein seltenes Phänomen. Man kenne es zum Beispiel auch von Amseln. Aber durch den Defekt falle der Tarneffekt weg: «Die Lebenserwartung von weissen Exemplaren ist geringer, weil sie stärker auffallen. Raubtiere wie Katzen, Füchse oder Sperber haben so leichtere Beute.»

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