Blüten im Kanton Bern: Dieses 100er-Nötli ist keinen Rappen wert
Aktualisiert

Blüten im Kanton BernDieses 100er-Nötli ist keinen Rappen wert

Sie sehen täuschend echt aus, sind aber wertlos: In Bern und Thun sind falsche Hunderter-Nötli im Umlauf. Laut Fedpol stammen sie aus derselben Herstellung.

von
cho
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In Bern werden derzeit gefälschte 100er-Nötli in Umlauf gebracht.

In Bern werden derzeit gefälschte 100er-Nötli in Umlauf gebracht.

Leser-Reporter
«Sie sind wirklich gut gemacht. Erst beim dritten Blick war mir klar, wo die Fehler liegen», sagt Christa W., die bereits eine Note in den Händen hielt.

«Sie sind wirklich gut gemacht. Erst beim dritten Blick war mir klar, wo die Fehler liegen», sagt Christa W., die bereits eine Note in den Händen hielt.

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Der Kapo und dem Fedpol sind die Noten bereits bekannt. Diese wurden besonders am Thuner Stadtfest und dem Stadtfest Bern (Bild) in Umlauf gebracht.

Der Kapo und dem Fedpol sind die Noten bereits bekannt. Diese wurden besonders am Thuner Stadtfest und dem Stadtfest Bern (Bild) in Umlauf gebracht.

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An diesen Blüten hat kaum jemand Freude: Im Café der Berner Kellnerin Christa W.*. tauchte ein falscher Hunderter beim Abrechnen auf: «Sie sind wirklich gut gemacht. Erst als ich die Note detailliert betrachtete, fielen Unstimmigkeiten auf», sagt W. Denn das Material habe sich nicht nur wie Notenpapier angefühlt, auch die Farben und das Format hätten gepasst. «Nur die speziellen Merkmale wie das Wasserzeichen oder die Hologramme waren falsch oder nicht vorhanden.»

Die Kantonspolizei Bern hat Kenntnis von den gefälschten Noten. Diese wurden laut Sprecher Dominik Jäggi insbesondere am Thuner und Berner Stadtfest in Umlauf gebracht: «In Thun wurden fünf, am Stadtfest Bern drei gefälschte Hunderternoten gemeldet.»

«Leicht erkennbar»

Auch beim Kommissariat Falschgeld der Bundeskriminalpolizei Fedpol sind die Blüten bereits ein Thema: «Wir haben Kenntnis von gefälschten Noten in Bern und Thun», bestätigt Fedpol-Sprecherin Anne-Florence Debois. Die gefälschten Hunderter, die an den Stadtfesten auftauchten, würden alle aus derselben Herstellung stammen.

Laut Debois sind die Blüten jedoch leicht erkennbar. Sie empfiehlt, die Sicherheitsmerkmale genau zu überprüfen. Von einer Falschgeld-Welle will man bei der Behörde noch nicht sprechen. Im letzten Monat sind laut Debois auch andere gefälschte Noten aufgetaucht, dabei habe es sich jedoch um Einzelstücke gehandelt. 2015 hat das Fedpol schweizweit 514 gefälschte Noten verzeichnet – 434 davon waren 100er-Noten.

* Name der Redaktion bekannt

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