Wie soll das gehen? : Dieses Bänkli soll vor Terror schützen
Aktualisiert

Wie soll das gehen? Dieses Bänkli soll vor Terror schützen

Findige Idee aus Bern: Tonnenschwere Betonblöcke als schmucke Sitzbänke verkleidet schützen die Berner nun vor potenziellen Amokfahrern.

von
miw
1 / 12
Betonblöcke, die als Bank getarnt wurden, sollen in Bern Passanten vor Terroristen schützen.

Betonblöcke, die als Bank getarnt wurden, sollen in Bern Passanten vor Terroristen schützen.

So sollen Amokfahrten wie etwa die 2017 auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verhindert werden.

So sollen Amokfahrten wie etwa die 2017 auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verhindert werden.

Bisher haben mobil eingesetzte Betonpoller in Bern die Schutzfunktion gegen Terroristen übernommen – auf sie kann künftig aber galant verzichtet werden.

Bisher haben mobil eingesetzte Betonpoller in Bern die Schutzfunktion gegen Terroristen übernommen – auf sie kann künftig aber galant verzichtet werden.

Mitten in der Stadt Bern, am Fusse des Käfigturms, steht seit dieser Woche eine 15 Meter lange Sitzbank. Diese neue Sitzgelegenheit am Rand des Bärenplatzes dient aber nicht nur zum Ausruhen.

Vielmehr soll die Bank Berner Fussgänger vor terroristischen Attentaten schützen. Eigentlich ist die Bank nämlich ein gigantischer Schutzwall, der den Bärenplatz von der Strasse abtrennt. «Aufgrund ihrer exponierten Lage wurde die Bank aus einer massiven Stahlkonstruktion gefertigt, die eine direkte Fahrt auf den Bärenplatz verhindern soll», heisst es bei der Stadt Bern. Die Bank soll dortige Passanten, Restaurantgäste und Märit-Besucher also vor gefährlichen Amokfahrten schützen.

Und tatsächlich: Die Bank ist ein wahrer Koloss. Im Innern des Konstrukts stecken insgesamt 15 Poller. Diese sind auf Metallplatten, die wiederum in den Boden einbetoniert wurden, befestigt. Doch nicht nur das: Die insgesamt acht Betonelemente von je rund einer Tonne sind im Innern mit starken Drahtseilen verbunden. «Es sind also drei Faktoren, die die Sitzbank quasi unverrückbar machen», sagt die Gesamtprojektleiterin des Berner Tiefbauamts, Petra Heger. Dank der hölzernen Sitzflächen und Rückenlehnen ist der Wall schliesslich multifunktional.

Langfristige Massnahme gegen Terror

Die Sitzbank – die die Stadt Bern zusammen mit einer Sicherheitsfirma als Prototyp entwickelt hat – ist denn auch nicht ganz günstig. 60'000 Franken hat die Anti-Terror-Bank die Stadt gekostet. Doch wenn es um die Sicherheit der Bevölkerung gehe, sei dies gut investiertes Geld, meint Heger, zumal die betrieblichen Kosten für das Montieren und Demontieren der mobilen Poller auch nicht ganz günstig sei. «Es ist denkbar, dass eine mit Sicherheitselementen kombinierte Sitzbank auch an anderen Orten in der Stadt installiert wird.» Denn nach wie vor sind Massnahmen gegen Terroranschläge auch in der Stadt Bern ein grosses Thema: Der Gemeinderat lässt derzeit ein Konzept ausarbeiten, wie viel besuchte Plätze in der Stadt Bern geschützt werden können.

Deine Meinung