Basel: «Dieses einzigartige Haus darf nicht verschwinden»
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Basel«Dieses einzigartige Haus darf nicht verschwinden»

Ein ehemaliges Kutscherhaus in Basel ist dem Abbruch geweiht. On- und offline ist die Empörung gross. Einsprachen gegen den Neubau haben aber einen schweren Stand.

von
lha
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Das ehemalige Kutscherhaus an der Rufacherstrasse 73 in Basel soll einem Neubau weichen.

Das ehemalige Kutscherhaus an der Rufacherstrasse 73 in Basel soll einem Neubau weichen.

Privat
Gusseiserne Pferdeköpfe zeugen von der Vergangenheit des Hauses, das um 1904 erbaut wurde.

Gusseiserne Pferdeköpfe zeugen von der Vergangenheit des Hauses, das um 1904 erbaut wurde.

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In der Baupublikation heisst es, dass anstelle des Kutscherhauses aus der Gründerzeit ein Mehrfamilienhaus gebaut werden soll.

In der Baupublikation heisst es, dass anstelle des Kutscherhauses aus der Gründerzeit ein Mehrfamilienhaus gebaut werden soll.

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«Mit Entsetzen» habe sie festgestellt, dass das einstige Kutscherhaus an der Rufacherstrasse 73 abgerissen werden soll, schreibt eine Nachbarin in einer Mail an 20 Minuten. Der geplante Neubau an selbiger Adresse ist seit kurzem publiziert und hat eine Welle der Empörung ausgelöst. «Wieder soll ein wunderschönes altes Haus einem Neubau weichen», schreibt eine Userin auf der populären Facebookseite «Verschwundenes Basel», wo die Nachricht viele Reaktionen provozierte.

«Ich wüsste nicht, wo es in Basel sonst noch ein Zeugnis eines Hufschmieds gäbe», schreibt dort unter anderem auch Alt-Grossrat Stephan Lüthi. Dies mache es zu einem geschichtlichen Denkmal. Manche fragen sich, ob die Liegenschaft nicht unter Schutz steht. Das ehemalige Kutscherhaus wurde 1904 gebaut. An seine Vergangenheit erinnern zwei gusseiserne Pferdeköpfe und das grosse Eingangstor.

Einzigartig aber nicht schützenswert

Das alte Kutscherhaus steht aber nicht unter Schutz. Der Denkmalschutz prüfte eine Aufnahme ins Inventar schützenswerter Bauten zwar einst, entschied sich aber dageben. Mutmasslich wurde der abschlägige Entscheid damit begründet, dass von der ursprünglichen Bausubstanz im Quartier wenig übrig geblieben ist. Die Nachbarbauten zur rechten Seite würden den Einzelbau zum Relikt eines ehemals intakten Strassenbilds degradieren, erklärt Christoph Wamister, Präsident des Basler Heimatschutzes gegenüber «OnlineReports».

Der Heimatschutz überlege sich aber Einsprache zu erheben, macht dies aber von der Qualität des Neubauprojekts abhängig. Einsprachen wird es zumindest aus der Nachbarschaft geben. Auf «Verschwundenes Basel» wurde auch prominent zum Widerstand gegen das Bauvorhaben aufgerufen. Für die Anwohnerin, die zum Widerstand aufgerufen hat, ist klar: «Dieses Haus ist einzigartig in Basel und darf nicht verschwinden.»

Noch keine Einsprache

Bis am Montag sind beim Bau- und Gastgewerbeinspektorat aber noch keine Einsprachen eingegangen, wie Departementssprecher Daniel Hofer auf Anfrage mitteilte. «Normalerweise kommen die erst auf den letzten Drücker», erklärt er. Die Einsprachefrist läuft noch bis am 13. März. Der Eigentümer und Bauherr war für 20 Minuten nicht zu erreichen.

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