Aktualisiert 31.03.2019 17:49

DübendorfDieses Essen landete im Coop beinahe im Abfall

Dass in einer Coop-Filiale noch geniessbare Lebensmittel entsorgt wurden, empörte eine Kundin. Ihr Facebook-Post ging viral – und rettete das Essen.

von
pam
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Dieses Foto machte eine Coop-Kundin in einer Filiale in Dübendorf.

Dieses Foto machte eine Coop-Kundin in einer Filiale in Dübendorf.

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«Die Produkte sahen absolut geniessbar aus, von Dellen fast keine Spur», schreibt sie dazu.

«Die Produkte sahen absolut geniessbar aus, von Dellen fast keine Spur», schreibt sie dazu.

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In ihrem Post rief die Kundin Coop dazu auf, die Nahrungsmittel mindestens vergünstigt zu verkaufen oder an Organisationen abzugeben.

In ihrem Post rief die Kundin Coop dazu auf, die Nahrungsmittel mindestens vergünstigt zu verkaufen oder an Organisationen abzugeben.

Keystone/Gaetan Bally

Bananen, Avocados, Rüebli, Ananas: All dies landete im Coop Dübendorf im Abfall, wie eine Kundin jüngst feststellen musste. Ihrem Ärger machte sie in einem Facebook-Post Luft. «Die Produkte sahen absolut geniessbar aus, von Dellen fast keine Spur», schreibt sie. So habe sie die Verkäuferin gefragt, ob sie dies kaufen dürfe. «Sie sagte nein, die Konsumenten wollen diese so nicht mehr. Ich sagte, aber ich will sie! Sie sagte: aber ich darf nicht!»

In ihrem Post rief die Kundin Coop dazu auf, die Nahrungsmittel mindestens vergünstigt zu verkaufen oder an Organisationen abzugeben. «Ich weiss ihr arbeitet am Food Waste, aber solche Dinge wie dies sollten einfach nicht passieren!» Besonders störte sie auch, dass solche Entsorgungs-Aktionen am Abend durchgeführt werden. Zudem würde Kunden, die Fotos machen würden, mit Filialverbot gedroht. Über 3500 Nutzer teilten auf Facebook die Kritik und reagierten auf den Beitrag.

«Das darf so nicht passieren»

Auch Coop schaltete sich in die Diskussion ein. «Danke für deinen Hinweis. Das darf so nicht passieren und entspricht nicht unserem Standard. Wir nehmen umgehend mit der Filiale Kontakt auf.»

Daraufhin erklärt der Detailhändler seine Standards: «Zuerst einmal versuchen wir, wenn möglich alles zu verkaufen.» Man bieten viele Produkte, deren Haltbarkeit ablaufe, zu einem reduzierten Preis an. «Wir spenden Lebensmittel, die qualitativ einwandfrei sind, jedoch nicht mehr verkauft werden können an Tischlein deck dich und Schweizer Tafel. Nicht mehr zum Verzehr geeignete Produkte werden als Tierfutter eingesetzt oder in Biogasanlagen verwertet.»

Coop gibt Lebensmittel weiter

Der Aufschrei zeigte indes Wirkung: Coop schreibt, die Dübendorfer Filiale sei bereits in Kontakt mit ‹Tischlein Deck Dich› und dem Verein ‹Aufgetischt statt Weggeworfen›. «Wir sind sicher, dass wir hier eine gute Lösung finden werden!» Die Coop Kundin begrüsst die positive Nachricht, hält aber auch fest: «Nur komisch dass das nicht schon lange aufgegleist war. Überprüft doch mal alle eure Filialen, das wäre toll!»

Auf Anfrage betont eine Coop-Sprecherin, dass dem Unternehmen ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln sehr wichtig sei. «Wir müssen nur zwischen 0,1 Prozent und 0,2 Prozent der Lebensmittel wegwerfen.»

Zudem sei Coop die grösste Spenderin von Lebensmitteln an die Organisationen ‹Tischlein Deck Dich› und ‹Schweizer Tafel›, die garantierten, dass die Spenden tatsächlich bei denen ankämen, die sie benötigten. «Wir spenden Lebensmittel, die qualitativ einwandfrei sind, jedoch nicht mehr verkauft werden können. Damit füllen wir über 11 Millionen Teller von armutsbetroffenen Menschen.»

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