Philipp Degen: «Dieses Gefühl hatte ich vier Jahre nicht»
Aktualisiert

Philipp Degen«Dieses Gefühl hatte ich vier Jahre nicht»

Philipp Degen ebnet dem FC Basel mit einer Doublette den Weg zum ersten Sieg in der Meisterschaft seit über einem Monat. Der FCB gewinnt gegen Sion 4:1.

von
Eva Tedesco

Philipp Degen erzielte beim 4:1-Sieg des FCB gegen Sion zwei Tore. (Video: 20 Minuten Online)

«Goht jo», schreit sich Alex Frei auf den Weg in die Kabine die Erleichterung von der Seele. FCB-Präsident Bernhard Heusler klatscht mit Medienchef Josef Zindel ab. Man sieht wie sehr die unwillkommen lange sieglose Phase dem Meister zugesetzt haben muss und kann lediglich erahnen, welcher Brocken den Rotblauen vom Herzen gefallen ist. Nach drei Remis in Folge – der Cupsieg gegen den Zweitligisten Amriswil ausgenommen – holt der FCB gegen Sion (4:1) den ersten Dreier seit dem 18. August. Damals war es ein 2:0 gegen Lausanne. Genauso wichtig wie die Punkte, um den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren, ist aber die Moral, die der erste Erfolg nach einem Monat mit sich bringt.

Einen grossen Anteil am Sieg hatte Philipp Degen, der in seinem 92. Einsatz für den FCB seine Treffer sechs und sieben erzielte und damit den ersten Doppelpack in seiner Karriere landete. «Für mich ist das ein sehr langer Weg bis hierhin gewesen und deshalb ist der Tag heute für mich sehr speziell», freut sich Degen über seine beiden Tore. «Das Gefühl ist unbeschreiblich, denn das habe ich seit über vier Jahren nicht mehr gehabt.»

Genugtuung für Degen

Der erste Jubel galt denn auch David Degen, der auf der Ersatzbank sass. «Das ist doch klar, dass ich in so einem Fall meinen Zwillingsbruder suche, aber Worte brauchte es da nicht viele. Das Wichtigste ist sowieso, dass ich der Mannschaft, den Fans und dem ganzen Verein helfen konnte. Aber so ein Erfolgserlebnis ist auch ein bisschen Genugtuung für mich.»

Lange haben Verletzungen den Lampenberger zurückgeworfen. Seit er 2008 von Dortmund zu Liverpool gewechselt war, ging in seiner Karriere nichts mehr. Im Herbst 2011 unterschrieb er beim FCB einen Vertrag und versucht, seiner Karriere noch einmal einen Schub zu verleihen. «Ich gebe alles für die Mannschaft und will meinen Teil zum Erfolg beitragen. Gegen Sion haben wir dem Spiel endlich wieder unseren Stempel aufgedrückt, wird haben uns Chancen herausgearbeitet und gegen vorne gespielt. Es war wieder Spielwitz dabei und das ist das wichtigste».

Lob und Tadel vom Trainer

Von Trainer Heiko Vogel gab es Lob für den Rechtsverteidiger, aber auch Tadel: «Philipp hat sehr gut gespielt und ich freue mich für ihn. Aber ich muss ihn auch massregeln, denn die letzten Minuten hat er die Sittener Spieler sauer gemacht», so der Pfälzer. Degen sei gegen Ende der Partie für seinen Geschmack zu überheblich aufgetreten. Mit der Mannschaftsleistung war Vogel zufrieden und vor allem vom «Forchecking» in der zweiten Halbzeit begeistert. «Die zweite Halbzeit kann uns Schub verleihen.»

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