Schönheits-OPs: «Dieses Glück ist nur von kurzer Dauer»
Aktualisiert

Schönheits-OPs«Dieses Glück ist nur von kurzer Dauer»

Eine Studie zur chirurgischen Nachhilfe in Sachen Schönheit lässt die Gesichtszüge vieler Leser entgleiten. In den Kommentaren duellieren sich Gegner und Befürworter mit der Botox-Spritze.

von
Olaf Kunz
Sollten Sie je eine Schönheits-OP in Betracht ziehen, welches Körperteil würden Sie gerne verändern? Verraten Sie es im Rating. Das Rating für Frauen >> Das Rating für Männer >>

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Psychologen von der Uni Basel und der Uni Bochum haben in einer Studie herausgefunden, dass Menschen, die sich einer Schönheits-Operation unterziehen, oft mehr Lebensfreude, höhere Zufriedenheit und ein besseres Selbstwertgefühl haben als Menschen, die auf OPs verzichten. Doch dass derlei Eingriffe zu mehr Glück führen sollen, ist – Studienergebnisse hin oder her – unter den Lesern höchst umstritten.

Die Wogen in den Kommentaren sind keinesfalls schön geglättet sondern schlagen enorm hoch. Rund 200 Beiträge sind bereits veröffentlicht und noch immer trudeln laufend neue Meinungen ein. Dabei zeigt sich: Das Thema polarisiert sehr stark.

OP-Druck lastet auf immer mehr Menschen

So echauffiert sich Leser «Clochard» über den künstlich erzeugten Schönheitswahn: «Wo kommen wir denn hin, wenn sich auf einmal jeder unters Messer legt, nur weil er mit irgend etwas an sich nicht zufrieden ist? Und warum ist er/sie das nicht? Weil die Medien ein Schönheitsideal vorspielen und sich immer mehr Menschen daran orientieren.»

In diese Kerbe schlägt auch User «Blaubar», wenn auch mit anderer Argumentation: «Dafür fühlen sich diejenigen, die dann noch hässlich übrig bleiben, umso schlechter. Müssen jetzt alle solche OPs machen? Nein! Wäre doch besser, man würde das einfach lassen. Man sollte besser die Gedanken, die sich daran stören, wegoperieren.»

Hier setzt auch die Kritik von Userin Susan an: «Wenn sich gesunde Menschen nicht mehr akzeptieren können, weil sie nicht einem von der Gesellschaft vorgegebenem Ideal entsprechen, muss man am gesellschaftlichen Denken etwas ändern!»

«Ich bereue keinen Moment»

Dieser Anti-OP-Haltung steht die Ansicht der Individualisten entgegen. Eine von ihnen ist R. Meier. Sie kann die Ergebnisse der Studie nur bestätigen: «Die Schönheits-Chirurgie kennt nicht nur Brustvergrösserungen oder Fettabsaugen. Ich liess meine Oberweite verkleinern. Seit diesem Eingriff bin ich viel gelöster und glücklicher. Man bewegt sich freier und die Schmerzen im Rücken und Nacken sind weg. Ich bereue keinen Moment, dass ich die Operation machen liess.»

Dieser Ansicht kann sich Sandrine nur anschliessen: «Schönheitswahn hin oder her - ich werde meine Nasenkorrektur meinetwegen vornehmen lassen. Egal, was mein Umfeld dazu meint.» Und auch «Happy V22» ist mit sich selbst im Reinen nach der OP: «Ich bin 22 Jahre alt und habe vor genau einem Jahr meine Brust vergrössern lassen. Ich habe es gemacht, um meine Komplexe und psychischen Probleme abzulegen, und dies mit Erfolg. Trotz meines jungen Alters, war es eine meiner besten Entscheidungen.»

Glücklich ja, aber …

«Querner» zweifelt nicht daran, dass medizinisch nachgeholfene Schönheit durchaus erhebend ist. Allerdings weisst er darauf hin: «Schon vor 30 Jahren hat der plastische Chirurg Maxwell Malz darüber geschrieben, dass gemäss seinen Beobachtungen dieses Glück nur von kurzer Dauer ist, weil die Patienten nach einer Weile die Veränderungen, nicht mehr wahrnehmen können, welche chirurgisch herbei geführt wurden. Somit wird es selten bei einer OP bleiben, da die Patienten ihr Glück immer wieder auffrischen müssen.»

Dies beschäftigt auch «Cybot»: «Ich frage mich, wie lange dieses Glücklichsein wohl anhält? Früher oder später findet man doch wieder irgendwas, was nicht perfekt ist und bald wird die nächste OP geplant. Wohin das führt, wenn man es sich leisten kann, sieht man ja an all den Zombies auf den roten Teppichen der Welt.»

Lisa lässt das nicht gelten. Für sie fehlt den Kritikern der persönliche Bezug: «Es ist immer leicht zu urteilen, wenn man selbst nicht betroffen ist. Wenn man keine grosse Nase hat, dann kann einem die grosse Nase auch nicht stören. Hätte man aber eine grosse Nase, würde einen das höchst wahrscheinlich eben doch stören.»

Wenn Sie etwas an Ihrem Körper schönheitschirurgisch verändern würden, welches Körperteil stünde auf der Präferenzliste ganz oben?

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