Gefährliche Strahlen: Dieses Handy warnt vor Radioaktivität
Aktualisiert

Gefährliche StrahlenDieses Handy warnt vor Radioaktivität

Aus Japan kommt das erste Smartphone mit integriertem Geigerzähler. Ein Knopfdruck genügt, um die gefährlichen Gammastrahlen zu messen. Und das Android-Gerät kann noch mehr.

von
dsc

Aus den zunehmenden Ängsten der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung hat der japanische Mobilfunkkonzern Softbank Mobile Konsequenzen gezogen: Das ab Juli erhältliche Smartphone «Pantone 5» ist eigens mit einer Funktion zur Messung örtlicher Strahlenbelastung ausgestattet.

Am Dienstag wurde das Android-Gerät vorgestellt, das von Sharp fabriziert wird. Das Handy ist in acht Farben erhältlich. Es soll einfacher als herkömmliche Geigerzähler funktionieren und die Strahlungswerte der Umgebung in Mikrosievert pro Stunde erfassen. Die Neuerung sei eine Reaktion auf wiederholte Anfragen, sagte der öffentlich gegen Atomkraft eintretende Unternehmenschef Masayoshi Son. Das Gerät arbeite wie ein Dosimeter und zeige auf Knopfdruck die Strahlenwerte in der Umgebung des Nutzers an. Über den Preis des «Pantone 5» wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Werte im Internet veröffentlichen

Die gemessenen Strahlungswerte können per Knopfdruck auf einer digitalen Landkarte vermerkt und im Internet veröffentlicht werden. Die untere Messgrenze liegt laut Medienberichten bei 0,05 Mikrosievert pro Stunde und sollte damit auch die natürlich vorkommende Strahlung erfassen. Der Maximalwert beträgt laut Angaben des Herstellers 9,99 Mikrosievert. Dies entspricht einer Dosis von fast 90 Millisievert pro Jahr - eine Evakuierung ist in Japan bei Belastungen über 20 Millisievert vorgeschrieben.

Laut Medienberichten sagte der Softbank-Chef: «Die Gefahr eines Nuklearunfalls kann das menschliche Auge nicht wahrnehmen, und das ist etwas, worüber sich viele Menschen Sorgen machen - besonders Mütter mit kleinen Kindern.» Neu können die besorgten Bürger dank dem Strahlen-Handy die Einhaltung der Grenzwerte kontrollieren. Der Ausstieg aus der Atomenergie wird in Japan von der Atomlobby bekämpft. Die 50 über das Land verteilten Atomkraftwerke (AKW) sollen in den nächsten Jahrzehnten schrittweise vom Netz genommen werden.

Im Küstenort Fukushima zerstörten im März 2011 ein verheerendes Erbeben und der anschliessende Tsunami einen Atomreaktor. Weite Landstriche im Nordosten der Insel sind seither verstrahlt. (dsc/dapd)

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