20-Minuten-Community zum «schönsten Haus des Jahres» – «Dieses Haus möchte ich nicht mal geschenkt haben»
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20-Minuten-Community zum «schönsten Haus des Jahres»«Dieses Haus möchte ich nicht mal geschenkt haben»

Fünfeckiger Grundriss, knapp 300 Quadratmeter Wohnfläche und eine Dachterrasse mit Sicht über Zürich: das schönste Haus des Jahres bewegt die 20-Minuten-Community.

von
Lynn Sachs
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Das schönste Haus des Jahres 2021 steht in Zürich-Wipkingen.

Das schönste Haus des Jahres 2021 steht in Zürich-Wipkingen.

Sabina Bobst
Der Neubau konnte sich gegen 180 Eingaben durchsetzen.

Der Neubau konnte sich gegen 180 Eingaben durchsetzen.

Sabina Bobst
Im Einfamilienhaus werden viele rohe Materialien, wie Sichtbeton und Backsteine, verwendet.

Im Einfamilienhaus werden viele rohe Materialien, wie Sichtbeton und Backsteine, verwendet.

Sabina Bobst

Darum gehts

  • Das Haus Alder in Zürich-Wipkingen wurde zum schönsten Haus des Jahres 2021 gekürt.

  • Es konnte sich aus 180 Eingaben durchsetzen.

  • Die 20-Minuten-Community zeigt sich wenig begeistert von dem Haus.

Dass Geschmäcker verschieden sein können, zeigt das kürzlich zum schönsten Haus des Jahres gekürte Haus Alder in Zürich-Wipkingen. Der Neubau konnte sich aus 180 Eingaben durchsetzen. Ein Grossteil der 20-Minuten-Community findet es «furchtbar, kalt, steril und klotzig» und möchte es «nicht mal geschenkt haben». «Der Ausblick ist echt top, über das Gebäude kann ich das leider nicht sagen», schreibt ein Leser. «Zum Glück steht dieser Rohbau nicht in meiner Nähe», findet einer anderer. Und ein Leser meint: «Vielleicht wird es ja noch schön, wenn es fertig ist.»

Doch genau der unfertige Anschein des knapp 300 Quadratmeter grossen Neubaus hat die Jury, bestehend aus dem deutschen Architekturverlag Callwey sowie dem Deutschen Architekturmuseum Frankfurt, überzeugt. Der Neubau konnte sich aus 180 Eingaben durchsetzen. Die Jury lobte die stimmige Form und die Raumgestaltung des Baus, schreibt der «Tages Anzeiger». Zudem breche der unkonventionelle Bau bewusst mit der Ästhetik des Makellosen.

«Dass wir für dieses Haus nun geehrt wurden, freut uns sehr»

Laut Katharina Matzig, Architektin und Teil der Jury, spielen bei der Wahl des «besten Hauses des Jahres» verschiedene Kriterien eine Rolle. «Zum einen der Ort, an dem ein Haus entsteht. Es muss ein Zusammenspiel zwischen dem Bau und der Umgebung stattfinden», sagt Matzig. Ebenfalls achte die Jury auf die verwendeten Materialien. «Die Form des Hauses muss mit den Materialien zusammenpassen.» Zudem spiele die Nachhaltigkeit eine Rolle. «Hierbei geht es nicht nur um die Nachhaltigkeit der Baustoffe, sondern auch darum, ob das Haus mit der Familie altern kann.»

Das für den Neubau zuständige Architektenduo versteht das Haus als «bewusste Provokation an der omnipräsenten ausdrucksarmen Perfektion am Bau und überall in unserer Gesellschaft». Die Bauherrschaft hat auf der Parzelle in Zürich-Wipkingen ihr kleines Arbeiterhäuschen abgerissen, um mit dem Neubau mehr Wohnplatz zu schaffen. 2018 wurde das Haus der dreiköpfigen Familie fertiggestellt. «Dass wir für dieses Haus nun geehrt wurden, freut uns sehr», sagt die Hausherrin. Die Baukosten für den Neubau sind nicht bekannt.

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