28.03.2019 16:17

«Klein, aber fein»

Dieses Mini-Haus kostet eine Million

73 Quadratmeter Wohnfläche, auf drei Stockwerke verteilt. Das ist das 2,5-Zimmer-Haus in Unterägeri im Kanton Zug. Der Neubau wird nun verkauft.

von
tst

So sieht das Haus von innen aus. (Video:tst)

Mit seinen 73 Quadratmetern Wohnfläche ist das Haus in Unterägeri doch noch um einiges grösser als das kleinste Haus der Schweiz. Dieses steht mit seinen 33 Quadratmetern in Winterthur. Doch Platz für grosse Möbel gibt es im 2,5-Zimmer-Haus trotzdem nicht.

Der Neubau aus dem Jahr 2012 ist sehr schmal. Gerade einmal 2,75 Meter ist das Haus breit. Zwei Erker erweitern die Breite, die für das Wohnzimmer und Schlafzimmer gebraucht werden. «Klein, aber fein», wird das aussergewöhnliche Haus online auf Immoscout 24 beworben. Zusätzlich zu den 2,5 Zimmern gibt es noch eine Garage samt einer 30 Quadratmeter grossen Terrasse. Kaufen kann man das Haus für 1'040'000 Franken.

Wieso ist das Haus so klein?

Die Geschichte des Minihauses begann vor 25 Jahren. «Wir haben seinerzeit unser Wohnhaus hier direkt nebenan gebaut», sagt der Eigentümer des Hauses, der seinen Namen nicht öffentlich machen will. «Zum Kaufpreis gab es noch dieses kleine Landstück hinzu», fügt seine Frau hinzu. Das Land sei sehr lange brach gelegen, obwohl es Bauland war. «Vor zwölf Jahren kam ein Architekt vorbei und sagte uns, dass das Land super bebaut werden könne», so der Eigentümer. Also habe er begonnen, Pläne zu zeichnen. «Wir hatten einfach nicht mehr Platz für dieses Haus.»

Es dauerte einige Jahre, bis das Haus gebaut werden konnte. «Mehrere Nachbarn hatten etwas dagegen und machten Einsprache. Die Gemeinde hat unsere Idee aber von Anfang an unterstützt», so die Eigentümerin. So dauerte es sechs Jahre, bis der Bau bewilligt wurde. Gebaut wurde das Haus dann aber in weniger als einem Jahr.

Zuerst sollte es das Ferienhaus des Ehepaares werden, denn sie hatten vor, nach Bern zu ziehen. Doch dazu kam es nie. «Wir haben uns dazu entschieden, in Unterägeri wohnen zu bleiben. Jetzt brauchen wir hier aber kein Ferienhaus mehr.»

Verschiedenste Reaktionen

Während der Bauphase wurde in der Gemeinde viel über das Projekt diskutiert. Doch seit das Haus stehe, kämen fast nur noch positive Rückmeldungen. «Sogar die Nachbarn finden jetzt, dass das Haus gut aussieht.» Vor allem am Wochenende werde das Haus von vielen Personen bestaunt. «Sie bleiben stehen und gehen sogar um das Haus herum. Dabei reden und gestikulieren sie.»

Wer das Haus von innen sehe, sei überrascht. «Die Leute sind begeistert, wenn sie im Haus sind. Sie sagen, dass es grösser ist, als sie es sich vorgestellt haben.» Dies liege laut dem Ehepaar an der optimalen Platzausnutzung.

«Es ist sicher kein Familienhaus»

Dass das Haus nicht für jeden geeignet ist, sei dem Ehepaar bewusst. «Es ist sicher kein Familienhaus», sagt die Eigentümerin. Das Haus sei aber als Ferienhaus, als Heim für ein junges Paar oder auch für Angestellte einer Firma super geeignet. «Es ist ein charmantes, lichterfülltes Haus.»

Der Preis setze sich aus dem teuren Landpreis, dem hohen Ausbaustandard und den vielen Extras zusammen. «Der Preis wurde praktisch aus damaligen Gestehungskosten berechnet.»

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