Bio-Strom: Dieses Rechenzentrum läuft auf Algen
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Bio-StromDieses Rechenzentrum läuft auf Algen

Die deutsche Firma Prior1 hat ein Konzept eines Rechenzentrums entwickelt, dessen Strombedarf mit Hilfe von Wasserpflanzen gedeckt wird. Dafür erhielt sie in Athen den «Best Innovator Award».

von
dhr
Das «algenative Rechenzentrum» als Gesamtgebäude. (Bild: Prior1/Schenk)

Das «algenative Rechenzentrum» als Gesamtgebäude. (Bild: Prior1/Schenk)

Rechenzentren sind Energiefresser. Nur schon die Kühlung der Systeme verbraucht viel Strom. Aus diesem Grund hat die Prior1 GmbH, ein deutscher Partner von Schneider Electric, ein Konzept für das umweltfreundliche Rechenzentrum der Zukunft ausgearbeitet: Das «algenative Rechenzentrum», wie es im Konzept genannt wird, setzt Algen für die Stromerzeugung ein.

Oliver Fronk von Prior1 und der Frankfurter Architekt Bernd Schenk setzten sich das Ziel, ein Hochhaus zu entwerfen, das nicht nur ein Rechenzentrum enthalten, sondern zahlreiche andere Nutzungsmöglichkeiten bieten sollte. Vor allem aber sollte es der Umwelt energetisch und architektonisch wieder etwas zurückgeben. Genau das nämlich, was in einer Stadt knapp ist: Sauerstoff und Pflanzen.

Algen heizen diesem Haus ein

Methan-Produktion in Paneelen

Das Konzept sieht vor, dass der Strom in Paneelen produziert wird, die an den der Sonne zugewandten Teilen der Fassade angebracht werden. In diesen Paneelen zirkuliert eine Flüssigkeit mit den Algen, die Kohlenstoffdioxid (CO2) binden und dafür über Gärprozesse Methan abgeben. Mit dem brennbaren Gas sollen dann zwei Blockheizkraftwerke betrieben werden.

Da die Stromproduktion der Algen in den Paneelen nicht für die geplante 2-Megawatt-Anlage reicht, werden im Keller des Gebäudes Tanks eingebaut, die ebenfalls Algen enthalten. Sie werden mit der Abwärme des Rechenzentrums beheizt, da die Algen bei Temperaturen zwischen 35 und 38 Grad Celsius am meisten Strom produzieren. Zusätzlich wird die Abwärme genutzt, um in Gewächshäusern Lebensmittel zu erzeugen. Diese landwirtschaftliche Nutzfläche im Hochhaus entspricht dem Konzept des «Vertical Farming». Es soll der Stadt den nutzbaren Boden wieder zurückgeben, der ihr durch den Bau des Gebäudes entzogen wird.

Für das innovative Konzept ist Prior1 im Juni auf dem «Partner Summit» in Athen von der Firma Schneider Electric mit dem «Best Innovator Award» geehrt worden. Zusätzlich landete das Konzept beim «Deutschen Rechenzentrumspreis 2013» auf dem 2. Platz der Kategorie «Visionäre Rechenzentrumsarchitektur».

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