Aktualisiert 27.03.2013 19:26

Nach Schafen tauchen

Dieses Schicksal droht Schweizer Bauern nicht

In Grossbritannien müssen Bauern alles unternehmen, um ihre frierenden Lämmer und Schafe aus dem Schnee zu retten. Ihren Schweizer Kollegen bleibt das erspart.

von
ame

Britische Bauern wie Donald O'Reilly - der in der Bildstrecke oben zu sehen ist und im kalten Weiss nach seinen Tieren taucht - trauern um ihre Herden: Die Rückkehr des Winters mit eisigen Ostwinden hat zahlreiche Schafe und Lämmer das Leben gekostet. Wie die Daily Mail berichtet, starben allein in Nordirland über 10'000 Lämmer infolge des heftigen Schneetreibens. Mithilfe von Armeehelikoptern und Bergrettungsteams wird nun nach den verschütteten Tieren gesucht.

Schweizer Schafhalter müssen sich darüber keine Sorgen machen. Denn laut Martin Keller, Präsident des St. Galler Schafzuchtverbandes, ist in der Schweiz Stallhaltung üblich: «Sobald der Winter einbricht oder zu viel Schnee liegt, werden die Tiere in den Stall gebracht. Jeder Schafhalter in der Schweiz verfügt über genügend Stallraum.»

Trächtige Tiere in Wanderherde verboten

Nur in umherziehenden Wanderherden bleiben die Schafe auch bei Kälte und Schnee auf der Weide. «Ist jedoch übermässig viel Schnee angekündigt, werden sie auf eine tiefer gelegene Weide geführt», erklärt German Schmutz, Präsident des Schweizerischen Schafzuchtverbandes. Kommen die Tiere wegen des Schnees an kein Futter mehr heran, muss der Hirt für Heu als Zusatzfutter sorgen.

Bauer O'Reilly sucht seine Schafe

Zum Schutz der frisch geborenen Lämmer ist es in der Schweiz ausserdem verboten, trächtige Tiere in der Wanderherde mitzuführen. Sollte doch einmal ein Lamm in der Herde geboren werden, wird dieses gemäss Schmutz sofort zusammen mit dem Mutterschaf in einen Stall gebracht.

Ganz anders in Grossbritannien, wo die frisch geborenen Lämmer den frostigen Temperaturen schutzlos ausgeliefert sind. Da Schafe meist im Frühling Nachwuchs bekommen, ist die Geburt im Freien eigentlich kein Problem – bei diesen Wetterbedingungen aber ein sicheres Todesurteil.

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