Energy Challenge: Dieses Start-up will Blockchain grüner machen
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Energy ChallengeDieses Start-up will Blockchain grüner machen

Das Start-up Interlockledger hat vor, das Potenzial der Blockchain-Technologie auszuschöpfen und gleichzeitig den Energieverbrauch massiv zu reduzieren.

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sts
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Das Interesse an Blockchain stieg in den letzten Jahren massiv an. Doch die dezentrale Datenbank verbraucht mit dem Wachstum des Netzwerkes immer mehr Energie. Das brasilianische Start-up Interlockledger möchte die Blockchain «grüner machen», indem unnötige Prozesse und Datenspeicherungen wann immer möglich vermieden werden.

Das Interesse an Blockchain stieg in den letzten Jahren massiv an. Doch die dezentrale Datenbank verbraucht mit dem Wachstum des Netzwerkes immer mehr Energie. Das brasilianische Start-up Interlockledger möchte die Blockchain «grüner machen», indem unnötige Prozesse und Datenspeicherungen wann immer möglich vermieden werden.

20 Minuten / sts
Ricardo Orsi, CEO von Interlockledger, präsentierte die Idee seines Teams gestern am F10 Demo Day in Zürich. Das Start-up aus Brasilien ist momentan mit Schweizer Partnern und etablierten Finanzunternehmen im Gespräch, um den Traum von der grünen Blockchain zu verwirklichen.

Ricardo Orsi, CEO von Interlockledger, präsentierte die Idee seines Teams gestern am F10 Demo Day in Zürich. Das Start-up aus Brasilien ist momentan mit Schweizer Partnern und etablierten Finanzunternehmen im Gespräch, um den Traum von der grünen Blockchain zu verwirklichen.

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Die Schweiz nimmt seit einigen Jahren eine führende Rolle in der Blockchain-Entwicklung ein, und zahlreiche Blockchain-Firmen, -Vereine oder -Stiftungen haben hierzulande ihren Sitz. Im Bild ist ein Bitcoin-Automat bei Crypto Valley Labs in Zug zu sehen.

Die Schweiz nimmt seit einigen Jahren eine führende Rolle in der Blockchain-Entwicklung ein, und zahlreiche Blockchain-Firmen, -Vereine oder -Stiftungen haben hierzulande ihren Sitz. Im Bild ist ein Bitcoin-Automat bei Crypto Valley Labs in Zug zu sehen.

Keystone/Alexandra wey

Unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlichte ein Autor oder ein Autorenkollektiv, dessen Identität bis heute ungeklärt ist, im Jahr 2008 eine Abhandlung über Bitcoin und die zugrunde liegende Blockchain-Technologie. Das Medien- und Öffentlichkeitsinteresse war gross: Euphorische Finanzmarktbeobachter, Techfans, Innovationsmanager und Zukunftsforscher sprachen davon, dass zugunsten von Kryptowährungen wie Bitcoin weltweit das Bargeld abgeschafft würde und der Bankerjob aufgrund der dank Blockchain rasant voranschreitenden Digitalisierung sowie Automatisierung mittelfristig überflüssig werden würde. Gut zehn Jahre später sind noch beide Szenarien weit von der Realität entfernt. Die Schweiz nimmt allerdings seit einigen Jahren eine führende Rolle in der Blockchain-Entwicklung ein, und zahlreiche Blockchain-Firmen, -Vereine oder -Stiftungen haben hierzulande ihren Sitz.

Blockchain ist gemäss der Plattform «More than Digital» eine stark verschlüsselte und auf Tausende Server aufgeteilte Datenbank, wo jeder Eintrag von anderen Nutzern verifiziert wird. Die Verschlüsselung sorgt dafür, dass die Daten vor Fremdzugriffen geschützt sind, und die gegenseitige Verifizierung führt zu mehr Sicherheit. Bisher fand Blockchain hauptsächlich im Bankensektor in den Bereichen Zahlungen und Transaktionen Anwendung. Doch auch ausserhalb der Finanzbranche sieht «More than Digital» vielfältige Einsatzgebiete für Blockchain vor: «Speziell für Musiker, Schriftsteller und andere Künstler könnte Blockchain sehr hilfreich sein. Durch Raubkopien und deren schnelle Verbreitung im Internet wird es zunehmend schwerer, in der Unterhaltungsbranche Geld zu verdienen. Mit Hilfe der Blockchain-Technologie könnten die erstellten Inhalte verteilt und sofort bezahlt werden, sobald man diese nutzt», heisst es im Blogbeitrag.

Mit jeder neuen Transaktion steigen Kosten und Energieverbrauch

Sowohl in der IT- als auch in der Finanzbranche wird Blockchain oftmals für den hohen Ressourcenverbrauch kritisiert. Die Gesamtkosten und der Energieverbrauch erhöhen sich mit dem Wachstum des Netzwerkes, da die Nutzer jeden Eintrag und jede Transaktion überprüfen müssen und der Aufwand entsprechend mit neuen Einträgen und Transaktionen immer grösser wird. Das Interesse an auf Blockchain-Technologie basierenden Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum stieg in den letzten Jahren stark an, wodurch auch das Blockchain-Netzwerk massiv wuchs und die Kosten sowie der Energieverbrauch bisher unbekannte Höhen annahmen.

Es gibt jedoch auch gegenläufige Tendenzen: Das brasilianische Start-up InterlockLedger möchte Blockchain gemäss eigenen Angaben «grüner machen», indem unnötige Prozesse und Datenspeicherungen wann immer möglich vermieden werden. «Auf herkömmlichen Blockchain-Plattformen müssen Agenten – sogenannte Miners – jede einzelne Transaktion verarbeiten und validieren, um zu entscheiden, welche Informationen hinzugefügt werden. Dies ist ressourcenintensiv. Normalerweise entstehen diese Ressourcen über den Umweg via Kryptowährungen, die anschliessend mit realen Mitteln wie Geld aufgewogen werden, um die Transaktionen und Prozesse zu finanzieren. Damit das System nicht kollabiert, muss man Netzwerk mit immer neuen Ressourcen füttern, was zu einem stets höheren Energieverbrauch führt. Wir möchten den ganzen Vorgang vermehrt von überflüssigen Daten loslösen, sodass jede Transaktion nur noch die zwingend notwendige Datenmenge braucht. Dadurch wird die Technologie effizienter und verbraucht weniger Energie», erklärt Ricardo Orsi, Mitgründer und CEO von Interlockledger. Orsis Team schrieb bereits über 100'000 Linien Code.

Brasilianisches Start-up revolutioniert Blockchain von Zürich aus

Interlockledger aus Brasilien durchlief das Start-up-Förderprogramm von F10 FinTech Incubator & Accelerator in Zürich. Aus über 300 Anmeldungen waren 15 innovative Teams aus sechs Ländern ausgewählt worden, die gemäss der Zürcher Talentschmiede das Potenzial haben, «die Finanzbranche zu revolutionieren». Nach Ende des Programms wird das brasilianische Start-up in Zürich bleiben: «Wir schätzen das Organisationstalent sowie die Ordnung und Zuverlässigkeit der Schweizer», erklärte Orsi am gestrigen F10 Demo Day in Zürich. Interlockledger ist momentan mit potenziellen Partnern und renommierten Finanzinstitutionen im Gespräch, um den Traum der grünen Blockchain zu verwirklichen.

Energy Challenge 2019

Die Energy Challenge ist eine nationale Aktion von Schweizer Unternehmen mit Unterstützung von EnergieSchweiz. Ihr Ziel ist, Energie erlebbar zu machen und die Bevölkerung auf spielerische Weise zum Energiesparen anzuregen. 20 Minuten als Medienpartner beleuchtet die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien mit Hintergrundberichten, Interviews sowie praktischen Tipps rund um Mobilität, Ernährung, Elektrogeräte, Reisen und energetisches Sanieren. Alle Informationen zur Energy Challenge 2019 und Wettbewerbe mit Preisen im Wert von insgesamt 200'000 Franken gibt es auf der offiziellen App für Android und iOS.

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