18 Verletzte innert zweier Tage - Dieses süsse Eichhörnchen hielt ein ganzes Quartier tagelang in Angst
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18 Verletzte innert zweier TageDieses süsse Eichhörnchen hielt ein ganzes Quartier tagelang in Angst

Das Grauhörnchen auf dem Bild heisst Stripe. Und Stripe beging in dem britischen Städtchen Buckley einen 48 Stunden dauernden Amoklauf.

von
Karin Leuthold

Eichhörnchen Stripe verletzte mehrere Menschen und musste deswegen eingeschläfert werden.

20 Minuten / Twitter

Darum gehts

  • Ein Eichhörnchen versetzte ein ganzes Quartier im Norden von Wales tagelang in Angst und Schrecken.

  • Eine Anwohnerin fing es schliesslich ein.

  • Die britische Tierschutzorganisation RSPCA zeigte keine Gnade.

Tierliebhaberin Corinne Reynolds aus der Ortschaft Buckley in Nordwales entdeckte Eichhörnchen Stripe im Sommer. Das Tier besuchte sie im Garten, Reynolds fütterte es mit kleinen Leckereien, freute sich an seinen Akrobatik-Shows. Die 65-Jährige benannte es nach einer scharfzähnigen Kreatur aus der Horrorkomödie Gremlins. Monatelang ging das gut, bis die Geschichte vor einigen Tagen eine blutige Wende nahm: Stripe begann, Reynolds und ihre Nachbarn zu beissen. Der tierische Amoklauf hinterliess in nur 48 Stunden 18 Verletzte.

Eines der Opfer war Corinne Reynolds selber: Als die Frau in einer Facebook-Gruppe darüber berichtete, meldeten sich plötzlich zahlreiche Menschen aus ihrer Nachbarschaft. So etwa der 34-jährige Scott Felton. Er sei eines Abends vor seiner Tür gestanden, um eine Zigarette zu rauchen, als sich das Eichhörnchen auf ihn gestürzt habe, wie «The Guardian» berichtet. «Es kam aus dem Nichts, sprang auf meinen Arm und biss mich in die Hand, bevor ich es überhaupt loszuwerden konnte - es ging alles so schnell.» Scott musste ins Spital, um eine Tetanusspritze zu bekommen.

Stripe machte vor nichts halt

Ein weiteres Opfer ist Sheree Robinson. Die 42-Jährige wurde von Stripe in den Finger gebissen. «Das Tier packte mich, als ich den Abfall rausbrachte. Es sprang hinter meiner Abfalltonne hervor und biss mich.» Sie habe Zahnabdrücke auf der Ober- und Unterseite ihres Fingers. Stripe habe sich an ihr so festgekrallt, dass sie ihn abschütteln musste. «Fünf oder sechs meiner Nachbarn» hätten ähnliche Situationen erlebt, sagt sie.

Eine weitere Anwohnerin berichtete, dass Stripe ihre beiden Katzen angegriffen hat. Normalerweise würden sich ihre Raubtiere «vor nichts fürchten», so die Frau. Sie selber sei nicht mehr aus dem Haus gegangen, wenn das Eichhörnchen auf der Lauer lag.

Für Stripe gabs kein Happy End

Dem Terror musste ein Ende gesetzt werden, dachte sich Reynolds. Sie kaufte eine Falle und fing das Eichhörnchen ein. Sie rief die Tierschutzorganisation RSPCA, die Stripe prompt bei ihr abholte. Für das kleine Tier hat die Geschichte kein Happy End: Die RSPCA hatte keine andere Wahl, als Stripe einzuschläfern, da es illegal sei, ein Grauhörnchen wieder in die freie Wildbahn zu entlassen.

Eine Sprecherin der RSPCA erklärte dem «Guardian», dass es Möglichkeiten gibt, Grauhörnchen abzuschrecken, indem man Vogelfutter von ihnen fernhält und Zugangswege versperrt. Der britische Verband für Schädlingsbekämpfung (British Pest Control Association) sagt, dass es sehr selten vorkomme, dass Eichhörnchen Menschen beissen, aber wenn sie es doch tun, kann es eine tiefe Wunde sein, die ärztlich behandelt werden muss.

Corinne Reynolds ist traurig um Stripe, aber in der Nachbarschaft herrscht Erleichterung. «Ich habe mich unglaublich schlecht gefühlt, als ich ihn in einen Käfig gesperrt habe, aber wenn die Leute sich in ihrem Garten nicht sicher fühlen, muss man so etwas tun.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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