Aktualisiert 04.04.2009 13:07

Fabian Cancellara

«Dieses Tief macht mich stärker»

Als Spitzensportler mit höchsten Ambitionen haderte Fabian Cancellara mitunter schon mit der misslichen Situation, in die er durch eine akute Angina und einen Sturz im Training geraten ist. Entmutigen liess er sich jedoch nicht.

«Es ist schön, dass ich überhaupt da bin. Es hätte noch viel schlimmer sein können», sagte Cancellera vor der 93. Flandern-Rundfahrt, die am Sonntag über gut 260 km führt. Natürlich habe er ehedem um den Sieg fahren wollen, die Flandern-Rundfahrt sei eines der grössten Rennen und für ihn stets ein Hauptziel gewesen. Aber solche Situationen seien manchmal gut für einen Athleten wie ihn, der während mehreren Saisons auf höchstem Niveau gefahren und fast alles gewonnen habe, was er habe gewinnen können, sagt Cancellara weiter und ist überzeugt: «Dieses Tief macht mich stärker.»

Als Helfer will der 28-jährige Cancellara am Sonntag seiner Mannschaft gute Dienste leisten und «unbedingt fertig fahren, egal ob hinten oder vorne.» Captain des Teams «Saxo Bank» ist der Holländer Karsten Kroon, der die «Ronde van Vlandeeren» schon als Vierter beendet hat und in guter Form ist. Cancellaras Ambitionen zielen für einmal in eine andere Richtung. Er braucht Rennkilometer, um sich seiner Bestform zu nähern. «Die Länge der Flandern-Rundfahrt gibt mir jene Härte, die es mir erlauben wird, in einem späteren Rennen zu reüssieren.»

Ohne spezielle Vorbereitung

Er sei keine Maschine und könne nicht einfach einen Knopf drücken, der ihn auf jenen Level bringe, der notwendig wäre, um am Sonntag um den Sieg zu kämpfen. «Drei Wochen fehlen mir in der Vorbereitung. Das ist zuviel, um in der Flandern-Rundfahrt an der Spitze mitfahren zu können. Ich habe mich auch nicht speziell vorbereitet. Andere hingegen starten in Topform», sagt der Schweizer Olympiasieger.

Cancellaras Leidensweg begann im Februar, als ihn zunächst eine akute Angina während der Kalifornien-Rundfahrt aus der Bahn warf. Kaum wieder gesund, stürzte Cancellara und erlitt eine schmerzhafte Knochenmark-Schwellung in der rechten Schulter. «Die Verletzung ist mittlerweile zu 100 Prozent ausgeheilt. Ich bin auf einem guten Niveau zurück und werde am Sonntag das Beste geben. Das ist alles, was ich zur Zeit machen kann.»

(si)

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