Aktualisiert

Tote bei Erdrutsch«Dieses Unglück konnte man nicht voraussehen»

Ein Erdrutsch hat am Mittwoch eine Frau und ihre Tochter in den Tod gerissen. Das Gebiet war in der Gefahrenkarte nicht verzeichnet.

von
ann

Der tragische Tod von Monica M. und ihrer 3-jährigen Tochter Alice beschäftigt die Schweiz. Das Rustico, in dem die 31-Jährige mit dem Kleinkind lebte, wurde von einer Mure überrollt und mitgerissen. Die beiden befanden sich im Haus, als das Unglück geschah und erstickten in den Schlammmassen.

Für Roberto Loat, verantwortlich für Gefahrengrundlagen beim Bundesamt für Umwelt, ein tragischer Fall, der so nicht vorhersehbar war. «Das, was im Tessin passierte, geschah ausserhalb des dicht besiedelten Gebietes.» Die Gefahrenkarten, die schon für 93 Prozent der Schweiz bestünden, fokussierten primär auf Siedlungsgebiete und wichtige Verkehrswege.

Erdrutsch im Tessin

Köchin und Tochter wohnten in ehemaligem Stall

In der Gemeinde Curio habe man keine grossen Wassergefahren oder Rutschgefahren festgestellt. Gemäss dem kantonalen Kataster seien dort auch keine Ereignisse dieser Art bekannt gewesen.

Dies bestätigt Giorgio Valenti, Geologe beim Amt für Naturgefahren des Kantons Tessin: «Die Bäume standen dort schon über 100 Jahre lang, von einem Hangrutsch beim Weiler Bombinasco ist uns nichts bekannt.» Das Haus, in dem die Köchin mit ihrer Tochter wohnte, sei ein ehemaliger Stall, der nun als Wohnhaus genutzt werde.

Dieses Rustico liege ausserhalb der Bauzone. «Innert 48 Stunden hat es dort 250 mm geregnet.» Der Boden sei bereits durch früheren Niederschlag aufgeweicht gewesen. Zudem seien in einem Tag 180mm Regen auf das Gebiet rund um den Weiler gefallen. «Dieses Unglück konnte man nicht voraussehen.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.