Aktualisiert 07.01.2015 16:29

DielsdorfDieses Zürcher Haus sorgt im Internet für Furore

Architektur-Magazine und Websites aus aller Welt berichten derzeit über ein neues Einfamilienhaus in Dielsdorf ZH. Das kleine Grundstück galt lange als unbebaubar.

von
wed
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Lange galt das Grundstück, auf dem diese Liegenschaft in Dielsdorf ZH steht, als nicht bebaubar. Grund: Die Fläche war eigentlich zu klein für ein herkömmliches Wohnhaus.

Lange galt das Grundstück, auf dem diese Liegenschaft in Dielsdorf ZH steht, als nicht bebaubar. Grund: Die Fläche war eigentlich zu klein für ein herkömmliches Wohnhaus.

Entstanden ist ein Wohnhaus, das es in dieser Art noch nicht gibt. «Die Platzumstände haben uns zu dieser aussergewöhnlichen Lösung geführt», so Architekt Boris Egli.

Entstanden ist ein Wohnhaus, das es in dieser Art noch nicht gibt. «Die Platzumstände haben uns zu dieser aussergewöhnlichen Lösung geführt», so Architekt Boris Egli.

L3P
Insgesamt verfügt das Haus über eine Fläche von rund 154 Quadratmetern. Rund die Hälfte davon liegt unter der Erde.

Insgesamt verfügt das Haus über eine Fläche von rund 154 Quadratmetern. Rund die Hälfte davon liegt unter der Erde.

L3P

Eine bebaubare Fläche von gerade mal fünf auf neun Meter hatte ein Landbesitzer in Dielsdorf ZH zur Verfügung, um ein Haus darauf zu bauen. Bei einer maximal möglichen oberirdischen Wohnfläche von 83 Quadratmetern galt dieses Land lange als nicht bebaubar. Ein Wohnhaus mit konventionellen Wänden und Verkehrsflächen war undenkbar.

Das Architektenbüro L3P aus dem benachbarten Regensberg nahm die Herausforderung dennoch an und erstellte ein Wohnhaus mit rund 154 m2 Fläche, wobei rund die Hälfte unterirdisch angelegt ist. Das Ergebnis sorgt laut «Storyfilter» nun weltweit für Gesprächsstoff.

Es folgt der Logik der Weinrebe

Entstanden ist ein einzigartiges Wohnhaus. «Die Platzumstände haben zu dieser aussergewöhnlichen Lösung geführt», sagt der verantwortliche Architekt Boris Egli. Das Werk am Rebhang übernehme auch die Logik einer Weinrebe: tragende Mittelwand, Podeste und vorgehängte Fenster folgen der Struktur von Stil, Geäst und den daran hängenden Trauben.

«Das Haus ist wie eine Spirale und besitzt keine Türen – man läuft beispielsweise mitten durch das Badezimmer und die Küche in weitere Bereiche», so Egli. Zudem gebe es auch keine Bodenbeläge oder ähnliches: «Das Wohnhaus besteht lediglich aus einem nackten schwarz eingefärbten Betonrohbau, der mit ein paar Schreinermöbeln möbliert und mit einer Fassade aus 58 Fensterelementen umhüllt ist.» Letztere könne man aber mit Storen und Nachtvorhängen verhüllen.

Weltweit Aufmerksamkeit

Im vergangenen Jahr wurde das Haus fertiggestellt. Seither berichten Architektur-Magazine und Websites aus aller Welt über das Bauwerk. «Natürlich freuen wir uns über Publikationen», so Egli. Obwohl es ein spezielles Objekt sei, wolle man aber eigentlich nicht damit in der Öffentlichkeit prahlen.

Trotz der ganzen Aufregung um das Haus, scheint es aber nicht unbezahlbar zu sein, wie Egli sagt: «Auch aufgrund des sehr günstigen Landpreises kann man hier nicht von einem Luxusobjekt sprechen.»

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